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Mariahilfer Straße: Kaufleute wollen 13A teilen

Archivbild: Der 13A in der Neubaugasse.
Archivbild: Der 13A in der Neubaugasse.(c) Die Presse (Clemens Fabry)
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Um die beidseitige Befahrung der Neubaugasse zu verhindern, soll die Linie zweigeteilt werden. Die Bezirksvertretung lehnt den Vorschlag ab.

Wien. Die Suche nach einer Alternativroute für die Linie 13A rund um die Mariahilfer Straße hat nun eine Variante mehr. Die Kaufleute der Neubaugasse, die deren beidseitige Befahrung verhindern wollen, präsentierten am Montag ihren Vorschlag einer neuen Streckenführung. Sie sieht die Zweiteilung der Buslinie vor (s. Karte, Variante 1).

Der „13A Nord“ würde demnach von der Josefstadt kommend die Neubaugasse entlangfahren, allerdings schon in die Lindengasse einbiegen und über die Kirchengasse (wie bisher) zurückfahren. Der „13A Süd“ soll zwischen Hauptbahnhof und Neubaugasse/Schadekgasse pendeln. Ausgearbeitet wurde der Plan von Gerhard Steixner, Abteilungsvorstand des Instituts für Architektur und Entwerfen an der TU Wien und seit 30 Jahren Anrainer in der Neubaugasse.

Die Vorteile laut Steixner: Die Fußgängerzone der Mariahilfer Straße wäre durch eine Ampelkreuzung nicht mehr zweigeteilt und der Teil der Neubaugasse zwischen Lindengasse und Mariahilfer Straße ebenfalls nur Fußgängern und Radfahrern vorbehalten. Dass die Fahrgäste dann umsteigen müssten, ist für den Architekten „zumutbar“, denn der Fußweg würde „nur“ rund 230 Meter betragen. Außerdem leere sich der Bus bei der Station Neubaugasse großteils und fülle sich neu. Er selbst habe beobachtet, dass dort zwischen sechs und 18Uhr etwa zehn Personen pro Bus und zwischen 18 und 24Uhr rund die Hälfte aller Fahrgäste im Bus sitzen bleiben.

Obwohl sich auch die Bezirksvertretung gegen eine beidseitige Befahrung des 13A durch die Neubaugasse ausspricht, hält sie nichts von der Teilung der Linie. Beide Bezirksvorsteher-Stellvertreter, Gertrude Brindlmayer (Grüne) und Rainer Husty (SPÖ) – sie waren bei der Pressekonferenz in Vertretung des Bezirkschefs, Thomas Blimlinger (Grüne), gekommen –, warnten vor einer „Filetierung“ und den Nachteilen für Fahrgäste wie etwa dem Zeitverlust beim Umsteigen.

Mariahilfer Strasse 13A
Mariahilfer Strasse 13A(C) DiePresse

„Letzte aufrechte Verbindung“

Aber auch unter den Kaufleuten gibt es Skeptiker. Die Anbindung an ein öffentliches Verkehrsmittel sei wichtig für eine Geschäftsstraße. Außerdem sei die 13A-Strecke die letzte noch aufrechte Verbindung zwischen dem sechsten und siebenten Bezirk, lauteten einige Wortmeldungen. Daher solle man die Route von Gerhard Steixner nicht als offiziellen Vorschlag aller Kaufleute verstehen.

Im Büro von Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou (Grüne) wollte man diese Variante einer Streckenführung nicht kommentieren und verwies auf die noch laufende Prüfung von Lösungsvorschlägen der zuständigen Arbeitsgruppe. Zugeknöpft zeigten sich auch die Wiener Linien. „Es spielt keine Rolle, was wir von dem Vorschlag halten“, sagt Sprecher Answer Lang. „Eine neue Streckenführung auszuarbeiten ist Sache der Arbeitsgruppe. Wir sind für die Überprüfung der technischen Machbarkeit zuständig.“

Auf die Frage, ob eine derart lange Buslinie wie jene des 13A zeitgemäß sei und es keine schnellere Verbindung zwischen Hauptbahnhof und Skodagasse gebe, meint Lang: „Die schnellste Route ist immer die Luftlinie.“ Busse wie der 13A und 26A hätten auch andere Zwecke wie die Verbindung verschiedener Bezirke zu erfüllen.

Derzeit fährt der 13A noch über die Fußgängerzone auf der verkehrsberuhigten Mariahilfer Straße. Vassilakou will das ändern und hat die Erarbeitung einer Ausweichstrecke beauftragt. Als favorisierte Version wurde wiederholt die beidseitige Befahrung der Neubaugasse genannt. Die dort ansässigen Kaufleute wehren sich seither dagegen. Denn Gehsteige würden dann verschmälert, Bäume gefällt, Lkw-Ladezonen aufgehoben und Kunden vertrieben werden.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.10.2013)