Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Swoboda und Fasslabend als "Eisbrecher" im Iran

Swoboda in Teheran mit dem iranischen Abgeordneten Alaeddin Boroujerdiimago stock&people
  • Drucken

In einem halben Jahr wolle der Iran den Atomstreit vom Tisch haben, berichtet Ex-Verteidigungsminister Fasslabend aus Teheran. Er und der EU-Parlamentarier Swoboda fordern deshalb Unterstützung für Präsident Rohani.

Wien/Teheran. Taten hat der neue iranische Präsident, Hassan Rohani, seinen Schalmeienklängen bisher nicht folgen lassen. Doch aus Österreich wird der Kleriker jetzt schon ausgiebig gelobt und angefeuert. „Wir sollten ihm und den Bürgern des Iran helfen", twitterte Hannes Swoboda nach seiner „Eisbrechermission" in Teheran.
Im Gespräch mit der „Presse" gab sich der Fraktionschef der Sozialdemokraten etwas weniger euphorisch, wenngleich optimistisch. Er habe einen positiven Eindruck im Iran gewonnen, berichtete Swoboda. Das Regime öffne sich nicht nur in der Atomfrage, sondern lasse auch in anderen Bereichen Dialogbereitschaft erkennen. Differenzen gebe es vor allem bei den Menschenrechten. Österreich genieße einen Bonus im Iran, konstatierte Swoboda. „Wir stehen gut da, weil wir in schwierigen Zeiten zu Teheran gestanden sind", erläuterte der SPÖ-Politiker.

Zuvor schon hatte er in Straßburg die frohe Kunde aus der Islamischen Republik verbreitet. In maximal einem Jahr wolle der Iran den Atomstreit gelöst haben. „Sie sind bereit zu einem Kompromiss", meinte Swoboda.
Der Präsident der österreichisch-iranischen Gesellschaft, Werner Fasslabend, der sich derzeit für eine viertägige Visite in Teheran aufhält, weiß von noch ehrgeizigeren Plänen zu erzählen. „Rohani möchte in einem halben Jahr alle ausständigen Probleme mit der internationalen Gemeinschaften vom Tisch haben", sagte der ehemalige VP-Verteidigungsminister zur „Presse". In Teheran sei eine Aufbruchstimmung zu spüren. Die ganze Regierung folge Rohani. Deshalb sei es auch „extrem wichtig", den Präsidenten von außen zu unterstützen.
Österreich könne eine besondere Rolle zukommen. Denn es habe sich immer bemüht, den Gesprächsfaden nicht abreißen zu lassen, so Fasslabend.

Rohanis Tochter in Österreich

Das diplomatische Band könnte demnächst gestärkt werden. Angeblich bereitet Irans Außenminister, Javad Zarif, einen Besuch in Wien vor. Auch Rohani selbst könnte bald kommen. Bundespräsident Fischer hat ihn am Rande der New Yorker UN-Generalversammlung eingeladen. Dabei könnte Rohani die Gelegenheit nützen, um seine Tochter wiederzusehen. Sie lebt in Österreich, westlich von Wien.

(cu/vier/APA)