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USA bespitzelten 35 internationale Spitzenpolitiker

bespitzelten internationale Spitzenpolitiker
bespitzelten internationale Spitzenpolitiker

Nicht nur Merkels Handy soll vom US-Geheimdienst überwacht worden sein. Laut "Guardian" wurden 35 "world leaders" ausspioniert.

Angela Merkel ist ein mutmaßliches Opfer der Lauschangriffe des US-Geheimdiensts NSA. Doch die deutsche Kanzlerin dürfte sich in prominenter Gesellschaft befinden. Wie der "Guardian" nun berichtet, überwachten die Datensammler aus Fort Meade die Telefon-Kommunikation von 35 internationalen Spitzenpolitikern ("world leaders").

In einem Fall soll ein einziger US-Beamter dem US-Geheimdienst mehr als 200 Telefonnummern geliefert haben, darunter auch 35 Kontaktdaten von Spitzenpolitikern.

Die Zeitung berief sich dabei auf ein Dokument aus dem Fundus des Whistleblowers Edward Snowden. Die vertrauliche Notiz stammt aus dem Oktober 2006 - und sie legt offen, wie der US-Geheimdienst an die Daten kommt.

Demnach wurden Kunden des US-Geheimdiensts wie das Weiße Haus, das Pentagon oder auch das Außenamt um die Übermittlung ihrer Rollkartendateien gebeten. Die NSA könnte dann die "Fax- und Telefondaten" der ausländischen Spitzenpolitiker und -militärs in ihr Überwachungssystem einspeisen. 

Die NSA freut sich in dem Memo zwar, dass sie über die bisher übermittelten Nummern an die Kontaktdaten weiterer Zielobjekte gekommen sei. Die Abhöraktionen hätten aber aus Sicht des Geheimdiensts "wenig Berichtenswertes" geliefert.

USA bleiben auf diplomatischer Ebene

Angela Merkel hat den Spähangriff noch am Donnerstag scharf verurteilt: "Ausspähen unter Freunden geht gar nicht", sagte die deutsche Kanzlerin. Der EU-Gipfel drängt auf eine Klärung der Abhörvorwürfe seitens der USA bis Dezember, die Gespräche mit den USA sollen dabei federführend von Deutschland und Frankreich übernommen werden, wie Österreichs Bundeskanzler Werner Faymann bestätigte.

 

(Red.APA/dpa/AFP)