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"Pädophilie für Priester kein Ausschlussgrund"

(c) APA/HERBERT PFARRHOFER (HERBERT PFARRHOFER)
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Sexualforscher gegen Ausgrenzung betroffener Priester. Man müsse diesen vielmehr helfen.

Berlin. Der deutsche Sexualwissenschaftler Klaus Beier sieht in einer pädophilen Neigung keinen Grund zum Ausschluss vom Priesteramt. Eine willentlich oder therapeutisch nicht änderbare Präferenz müsse aber faktisch mit einer „vollständigen Verhaltensabstinenz“ einhergehen, schreibt der Psychiater laut „Kathpress“ in der Zeitschrift „Stimmen der Zeit“. Diese Abstinenz sei „von einem gläubigen Christen auch zu erwarten“.

„Die soziale Ausgrenzung verhaltensabstinenter Pädophiler ist unchristlich“, meint demnach der Direktor des Instituts für Sexualwissenschaft und Sexualmedizin an der Berliner Charité. Der Zölibat habe für diese Geistlichen eine hohe Anziehungskraft, weil diese hofften, sich dadurch quasi ihrer Sexualität entziehen zu können, was aber ein Trugschluss sei: Biologische Prinzipien ließen sich nämlich nicht durch religiöse Unterweisungen außer Kraft setzen.

Die Betroffenen müssten befähigt werden, „Verantwortung zu bekennen und Hilfe in Anspruch zu nehmen“. Alkoholkranke würden sozial ja auch nicht aufgrund ihrer Grundproblematik ausgegrenzt, dasselbe soll für die Pädophilie gelten. Diese brauchten dann aber auch ein „professionelles System von Helfern“, um ihre Neigung zu bekämpfen. (APA)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.10.2013)