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Finales Match um die Mariahilfer Straße

Ein Verkehsschild am Ende der Fußgängerzone Mariahilfer Straße.
Ein Verkehsschild am Ende der Fußgängerzone Mariahilfer Straße.APA/GEORG HOCHMUTH
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Am Mittwoch, spätestens Donnerstag, werden Details zur Reform der Mariahilfer Straße präsentiert. Gefeilscht wird bis zur letzten Minute.

Die leidige Diskussion um die Neugestaltung der Mariahilfer Straße soll beendet werden. Ein Schritt dazu soll am morgigen Mittwoch, spätestens aber am Donnerstag, erfolgen. Dann wird Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou erste Maßnahmen präsentieren, wie die zentralen Probleme der neuen Fußgängerzone gelöst werden sollen.

Ein Thema ist die neue Streckenführung des 13A, der meistfrequentierten Buslinie der Stadt. Und bis zur letzten Minute liefern sich SPÖ und Grüne hier einen Machtkampf. Einige Medien berichteten am Montag, dass der Bus die Mariahilfer Straße nur mehr auf Höhe der Zollergasse quert. Also über die Amerlingstraße, Schadekgasse, Nelkengasse, Zollergasse in die Kirchengasse fährt. Damit hätten sich die Grünen hier durchgesetzt. Denn Neubaus grüner Bezirkschef Thomas Blimlinger lehnt die Alternativroute über die Neubaugasse strikt ab. Und stößt damit bei Planungsstadträtin Maria Vassilakou auf offene Ohren. Immerhin sind beide Parteifreunde. Aus SP-Kreisen dagegen hieß es am Montag: „Das ist sicher nicht fix". Die Neubaugasse sei nicht aus dem Rennen.

Die Auseinandersetzung um die Route zwischen SPÖ und Grünen hat in der Zwischenzeit ein Ausmaß angenommen, dass sie nun zur Chefsache erklärt wurde. Klar ist nur: Bis zum morgigen Mittwochvormittag müssen sich Bürgermeister Michael Häupl und Vassilakou einigen. Der Hintergrund: Die Zollergasse ist für die Wiener Linien schwieriger zu befahren als die Neubaugasse - Vassilakou will aber nicht über ihren grünen Bezirkschef drüberfahren.

Einig ist sich Rot-Grün dagegen bei einigen Punkten zur kommenden Befragung. Im Frühjahr werden die Bezirksbewohner entscheiden, ob Radfahren in der Fußgängerzone weiterhin erlaubt sein wird, ist im Rathaus zu hören. Damit können beide Parteien leben. Das Kalkül der SPÖ: Mit einer Befragung ist dieses leidige Thema endgültig vom Tisch, da man immer auf den Volksentscheid verweisen kann. Das Kalkül der Grünen: Neubau und Mariahilf gelten als grüne Hochburgen. Und dort, so die Hoffnung, würde die grünaffine Bevölkerung einem Radverbot auf der Mariahilfer Straße eine klare Absage erteilen, die Grünen sich also durchsetzen.

Fix ist auch, dass es mehr Querungen geben soll. Das hat Häupl bereits angekündigt. Seine Parteikollegin Renate Kaufmann, Bezirkschefin von Mariahilf, ist zwar massiv dagegen, wird aber überstimmt. Konkret sollen die Anrainer über verschiedene Modelle abstimmen können - nachdem entsprechende Verkehrszählungen vorliegen. Die Rede ist derzeit von bis zu drei Querungen.

Damit könnte auch die Querung Webgasse wieder geöffnet werden, was brisant ist. Dort haben sich Anrainer vor wenigen Monaten in einer Befragung gegen die Querung entschieden - worauf diese Querung „dauerhaft" gesperrt wurde. Kaufmann hatte kürzlich dazu noch gemeint: „Eine Querung kommt hier nicht. Ich werde der Bevölkerung nicht in den Rücken fallen."

martin.stuhlpfarrer@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 29. Oktober 2013)