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SPÖ, ÖVP und Grüne für Staubsaugerverbot

Lunacek
Lunacek gegen Stammtisch-RhetorikDie Presse
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Die meisten Europaabgeordnete verteidigen das Verkaufsverbot für stromfressende Staubsauger ab 2014. Hans-Peter Martin wittert ein Milliardengeschäft für die Elektro-Lobby.

EU-Abgeordnete von ÖVP, SPÖ und Grünen verteidigten das Verkaufsverbot in der EU für stromfressende Staubsauger ab 2014 im Sinn der notwendigen Energieeinsparung. Die FPÖ kritisierte die EU-Regulierungswut und der parteifreie Hans-Peter Martin wittert ein Milliardengeschäft für die Staubsauger-Lobby. Konkret sollen ab September nächsten Jahres Geräte mit mehr als 1.600 Watt Leistung und 2017 mit über 900 Watt verboten werden.

Richard Seeber sagte, die ÖVP stehe zum Ziel, die Energieeffizienz in Europa zu steigern. Das Gesamtziel sei richtig. Der Energieverbrauche müsse reduziert, die Stromrechnungen gesenkt und die Klimaziele erreicht werden. Jedenfalls müsste die Kraft in politische Prioritäten investiert werden und nicht in Detailregelungen.

Die SPÖ-Europamandatarin Karin Kadenbach meinte, was für Autos gilt, müsse auch für Haushaltsgeräte Gültigkeit haben. Gleiche Leistung bei weniger Energieverbrauch. Die Senkung der Watt-Leistung bei Staubsaugern sei nicht nur gut für das Klima, sondern komme auch den Konsumenten zugute.

Die grüne Europaabgeordnete Ulrike Lunacek sprach von einer Stammtisch-Rhetorik. In Wahrheit gehe es um gute Nachrichten für die Konsumenten, da Stromkosten gespart und bessere Produkte gekauft werden. Außerdem werde niemand gezwungen, seinen alten Staubsauger wegzuwerfen.

Der FPÖ-Europamandatar Andreas Mölzer wiederum ortete ein Verkaufsverbot von Staubsaugern und einen EU-Regulierungswahn. Die EU solle ein paternalistischer Obrigkreisstaat werden. Es gebe ein immer dichteres Netz von Vorschriften und Verboten.

Der EU-Abgeordnete Hans-Peter Martin bekannte sich zwar zum Energiesparen, bemängelte aber eine EU-Überregulierung. Außerdem könnten sich Lobbyisten von Staubsauger-Vertretern ein Milliardengeschäft erwarten. Die Lobbyisten-Hintergründe seien aufzuklären.

Der in der EU-Kommission für den Bereich zuständige österreichische Vertreter Heinz Miko hatte zuvor betont, es gehe darum, Energie optimal zu nutzen und nicht zu verschwenden. Es gehe um einen Kostenvorteil für die Verbraucher. Auch bei Kühlschränken und Waschmaschinen gebe es eine solche Regelung seit Jahren. Gleiche Leistung bei weniger Energieverbrauch sei möglich. Bis 2020 hochgerechnet könnte man sich den Bau von vier Atomkraftwerken ersparen.