Rekordsummen an faulen Krediten

Wien. Europas Banken haben Rekordsummen an faulen Krediten angehäuft. Das hat EY (vormals Ernst & Young) am Dienstag berichtet. In den Ost- und Südosteuropamärkten sind die Risiken der österreichischen Banken gestiegen, sagte Österreichs Notenbankgouverneur Ewald Nowotny Dienstagabend bei einer Diskussion. Hier liegen die Wertberichtigungsquoten der österreichischen Kreditinstitute jetzt im Schnitt bei 7,8 Prozent.

2004 wurden die Kreditwertberichtigungsquoten der Banken im Österreich-Markt mit 3,3 Prozent und in den Osttöchtern ebenfalls noch mit 3,3 Prozent beziffert. "Das war ungefähr die gleiche Risikomarke." 2013 liege nun die Marke in Österreich bei rund 3,5 Prozent. In Ost/Südosteuropa sei sie dagegen auf 7,8 Prozent gestiegen, berichtete der Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB).

"Wir haben mit einem erhöhten Risiko zu rechnen", sagte Nowotny. Darauf schauten auch die Ratingagenturen.

100 Prozent des BIP

Die Ostexpansion war für Nowotny die wichtigste Entwicklung der heimischen Banken in den letzten zwei Jahrzehnten. Die Auslandsaktiva der österreichischen Kreditinstitute machten 100 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus. Zum Vergleich: Bei deutschen Banken seien es 70 Prozent.

Die starke Konzentration auf die Märkte in Ost- Zentral- und Südosteuropa sei insgesamt gesehen positiv gewesen, sagte Nowotny. Auch für die betroffenen Länder, die mit dem Einstieg der Österreicher rasch zu einer funktionstüchtigen Bankeninfrastruktur gekommen seien. Österreichs Banken seien damit in europäisch relevante Größenordnungen hineingewachsen. Ein erheblicher Teil der Erträge stamme aus der Region Ost/Südosteuropa. Es sei richtig, diese wichtige Entwicklung in der Region weiterzuführen, allerdings "differenziert" und vorsichtiger.

(APA)

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