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Pussy Riot im Straflager: Aktivistin verschwunden?

(c) REUTERS (MAXIM SHEMETOV)
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Künstlerin wurde zuletzt im Oktober gesehen. Nach ihrer Inhaftierung in einem Straflager in Mordwinien östlich von Moskau klagte Tolokonnikowa über Misshandlungen durch die Aufseher.

Moskau. Pjotr Wersilow hat seine Frau zuletzt im Ural orten können. Dort sei Nadeschda Tolokonnikowa Mitte Oktober zum letzten Mal gesehen worden. Seither fehle von der 23-jährigen jede Spur, wie Wersilow und Tolokonnikowas Vater gegenüber Medien betonten: Es gebe keine Beweise, dass sie am Leben sei.

Nadeschda Tolokonnikowa ist Mitglied der russischen Punkband Pussy Riot. Nach einem Auftritt in der Moskauer Kathedrale im vergangenen Jahr, wobei im Rahmen eines „Punk-Gebets“ vor allem der russische Präsident Wladimir Putin kritisiert wurde, wurden drei Mitglieder wegen „Rowdytums aus religiösem Hass“ festgenommen. Tolokonnikowa und Maria Aljochina wurden schließlich zu zwei Jahren Haft verurteilt, ein drittes Mitglied wurde im Berufungsverfahren auf Bewährung freigelassen.

Nach ihrer Inhaftierung in einem Straflager in Mordwinien östlich von Moskau klagte Tolokonnikowa über Misshandlungen durch die Aufseher. Aus Protest gegen die Haftbedingungen trat die junge Mutter in den Hungerstreik, um eine Verlegung zu bewirken. Ihr Gesundheitszustand verschlechterte sich, sie musste in ein Krankenhaus gebracht werden. Die Behörden gaben auch bekannt, dass Tolokonnikowa in ein anderes Lager verlegt werden sollte. Ihr Mann vermutet nun, dass sich die Aktivistin bereits in einem anderen Straflager befindet, die Behörden aber den genauen Aufenthaltsort nicht bekannt geben wollen.

 

Strenges Vorgehen

Gegen die Urteilssprüche wird in Moskau immer wieder demonstriert, zuletzt nach den Medienberichten über Tolokonnikowas mutmaßliches Verschwinden. Gegen die Proteste, aber auch gegen die Unterstützer von Pussy Riot gehen die Behörden streng vor. Zuletzt wurde dem Nachrichtenportal „Rosbalt“ die Lizenz entzogen – hier war ein Video von Pussy Riot abrufbar. Die offizielle Begründung lautet: Das Portal bediene sich obszöner Worte. (red.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.11.2013)