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Asylwerber wollen Kunst-Akademie verlassen

Frist Fluechtlinge muessen Kunstakademie
Die Wiener Akademie der Bildenden Künste(c) imago stock&people
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Die Männer werden vermutlich in Privatunterkünfte ziehen.Die Rektorin der Wiener Akademie hat die Frist für den Auszug bis Dienstag, 12 Uhr, verlängert.

Die 24 Asylwerber, die sich seit vergangenen Dienstag in der Akademie der Bildenden Künste befinden, werden diese verlassen. Ob noch am Montag oder am Dienstag ist noch nicht klar, erklärte Mir Jahangir, einer der Männer. Sie werden vermutlich in Privatunterkünfte ziehen. Die Gruppe wird dadurch aufgeteilt, räumte er ein, der Protest soll aber fortgesetzt werden.

Die Akademie hätte ihnen ja die Aula als Treffpunkt für Aktionen angeboten: "Wir wollen weiterhin versuchen zu mobilisieren und nicht aufzugeben", dies sei nicht das Ende der Bewegung, betonte Jahangir. Die 24 Männer, die in der Vorwoche aus dem Servitenkloster ausziehen mussten, bekräftigten immer wieder ihre Forderung danach, gemeinsam auch in Zukunft untergebracht zu werden.

Stundenplan für Nutzung

Rektorin Eva Blimlinger hatte erst kurz davor, die Frist für den Auszug der Asylwerbern aus der Akademie auf morgen, Dienstag, 12 Uhr verlängert. Weiters hat die Rektorin den Asylwerbern einen Stundenplan zukommen lassen, in dem klar ersichtlich ist, wann sie die Aula für Versammlungszwecke im November nützen dürfen. Fast täglich von 12 bis 18 Uhr, später allerdings nicht. Und vom Donnerstag, 21. November, bis Sonntag, 24. November, ist sie den ganzen Tag gesperrt.

Blimlinger hatte am Vormittag ein Gespräch mit den Betroffenen über den weiteren Verbleib geführt. Die Rektorin machte klar, dass die Asylwerber die Universität verlassen müssen. Auch über eine Räumung durch die Polizei hatte Blimlinger öffentlich nachgedacht.

Montag wird noch nicht geräumt

"Sie müssen bis morgen 12 Uhr draußen sein", so die Rektorin nun. Wird dieser Aufforderung nicht Folge geleistet, werde man "Maßnahmen treffen, dass geräumt wird", dies müsse nicht unbedingt mit Polizeiunterstützung passieren. Am Montag lasse man jedenfalls noch nicht räumen, so Blimlinger. "Wir haben dieses Angebot gemacht und das scheint durchaus als solches wahrgenommen worden zu sein. Man sagte uns, sie werden die Akademie verlassen."

Die Männer pochen jedenfalls weiterhin darauf, dass sie als Gruppe gemeinsam eine Unterkunft finden. Den Protest wollen sie fortsetzen, erklärte Mir Jahangir, Sprecher der Asylwerber. Vor einem etwaigen Rausschmiss durch die Polizei habe man "keine Angst": "Ich bin kein Krimineller", so der Sprecher weiter. Die Akademie als Protestort sei wichtig, da er Öffentlichkeit ermögliche.

Die Flüchtlinge haben auch das Wochenende in den Universitätsräumlichkeiten verbracht. Zwischenfälle habe es dabei keine gegeben, sagte Rektorin Blimlinger. Grundsätzlich ortet die Rektorin auch ein großes Problem in der Diskussion: "Es wird suggeriert, dass wir vor der Deportierung schützen können. Das können wir nicht." Dies könne nur die Politik.

Angebot an Einzelunterkünften aufrecht

Das Angebot an Einzelunterkünften ist ebenso noch aufrecht wie jenes für einen Versammlungsraum in Schwechat, hatte die Caritas Wien stets betont. Nun dürften zumindest die Einzelunterkünfte angenommen werden.

Laut einem Bericht des "Standards" stehen für den weiteren Verbleib der Asylwerber fünf Lokalitäten in Diskussion. Demnach soll es sich um eine orthodoxe und eine katholische Kirche handeln, ein aufgelassenes Finanzamt, eine durch Spendengelder finanzierte private Unterkunft und die Adresse eines Gemeindebaus in Wien-Mariahilf. Laut Angaben eines Unterstützers der Refugees handle es sich bei den genannten jedoch lediglich um "vage Optionen", die derzeit nicht zur Debatte stehen, wie er gegenüber der APA erklärte.

Asylwerber abgehört?

Am Montag kam auch wieder das Gerücht auf, dass Vertreter der Caritas im Rahmen von Ermittlungen zu einer Schlepperorganisation von der Exekutive abgehört worden sein sollen. Bei der Caritas verwies man darauf, dass es diese Mutmaßungen bereits gegeben habe. Mehr wollte man heute nicht dazu sagen. Das Bundeskriminalamt hielt gegenüber der APA fest, dass es zu Ermittlungsmaßnahmen in einem laufenden Strafverfahren - gegen mutmaßliche Schlepper - grundsätzlich keine Auskunft gibt.

>>Der Stundenplan per pdf-Download

 

 

(APA/Red.)