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Zurich: Kein Fehlverhalten vor Manager-Selbstmord

REUTERS
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Der Schweizer Versicherer beruft sich auf zwei Untersuchungen. Es konnte kein "ungebührlicher Druck" auf Finanzvorstand Wauthier festgestellt werden.

Der Versicherer Zurich Insurance Group hat am heutigen Montag unter Berufung auf eine Untersuchung jedes Fehlverhalten im Zusammenhang mit dem Tod seines Finanzchefs Pierre Wauthier zurückgewiesen. Das börsenotierte Unternehmen präsentierte die Berichte zweier "unabhängiger Untersuchungen", aus denen hervorgehe, dass kein "ungebührlicher Druck" auf Wauthier ausgeübt worden sei.

Wauthier hatte Ende August Selbstmord begangen, drei Tage später trat Zurich-Präsident Josef Ackermann zurück. Wauthiers Familie gab ihm eine Mitschuld am Tod des Finanzchefs. Ackermann wies den Vorwurf zurück.

Die Untersuchungen seien unter Führung der Schweizer Finanzmarktaufsicht (FINMA) durchgeführt worden, teilte Zurich am Montag in einer Aussendung mit. Sie sollten feststellen, ob die Firmenführung "unangemessenen Druck" auf den Finanzvorstand ausgeübt habe, ob Zurich unangemessen geführt worden sei und ob es Unregelmäßigkeiten bei den Finanzberichten gegeben habe. Dafür seien zahlreiche Dokumente ausgewertet worden und es seien Gespräche mit Mitarbeitern Wauthiers geführt worden.

"Kein unangemessener Druck"

"Die von der FINMA mandatierte Prüfbeauftragte hat keine Hinweise auf ungebührlichen oder unangemessenen Druck auf Pierre Wauthier festgestellt, welcher die Geschäftstätigkeit von Zurich beeinträchtigt hätte", heißt es in dem Bericht. Auch die Überprüfung der Finanzberichterstattung habe keinerlei Unregelmäßigkeiten oder Abweichungen inbezug auf die Vorgaben ergeben.

"Wir sind noch immer zutiefst betroffen und traurig über den Verlust von Pierre Wauthier und können uns seine Beweggründe für den tragischen Entschluss nicht erklären", betonte Verwaltungsratspräsident Tom de Swaan. Er bekräftigte, dass Prinzipien wie "das respektvolle Miteinander" auf allen Ebenen des Unternehmen "einen sehr hohen Stellenwert" einnehmen. "Der Verwaltungsrat und die Konzernleitung erachten es als ihre feste Pflicht, diesen Grundsätzen unentwegt Nachachtung zu verschaffen.“

(APA)