OeNB-Gouverneur Nowotny lehnt „Nachkriegsmodelle" zum Schuldenabbau klar ab - „warne eindringlich davor, die Sparer zu verunsichern".
Wien/Frankfurt. Der Gouverneur der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB), Ewald Nowotny, hält im heutigen Europa überhaupt nichts von einer zwangsweisen 10-prozentigen Vermögensabgabe zum Abbau von Staatsschulden. Das hat Nowotny am Dienstag in einer Medienmitteilung deponiert.
In der nach einer Publikation des Internationalen Währungsfonds (IWF) ausgelösten Debatte über eine Zwangsabgabe auf Finanzvermögen zur Verringerung der Staatsschulden in Europa warnte Nowotny heute" eindringlich" davor, die Sparer zu verunsichern. "Die Ersparnisse in Österreich sind sicher."
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Solche Zwangsabgaben seien wirtschaftspolitische Verfahren, "die in Kriegs- oder Nachkriegszeiten von Bedeutung waren", so Nowotny. "Für die derzeitige Lage in den entwickelten Industriestaaten ist eine solche Perspektive aber überhaupt nicht relevant und ist entschieden abzulehnen", betonte Nowotny.
(APA)