Operativ läuft die Prüfung der Banken bereits über die OeNB, nun könnte Nationalbank die Agenden ganz übernehmen.
Wien. In Österreich laufen politische Überlegungen, die Bankenaufsicht aus der FMA (Finanzmarktaufsicht) herauszulösen und ganz bei der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) anzusiedeln. Das wurde am Freitag von mehreren mit der Diskussion vertrauten Personen bestätigt.
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Hauptgrund der Überlegungen: In gut einem Jahr übernimmt die Europäische Zentralbank (EZB) die direkte Kontrolle über die 128 größten Banken der Eurozone, darunter sechs aus Österreich. Das könnte auch Straffungen im österreichische Aufsichtsgefüge nach sich ziehen.
In der OeNB ist schon bisher die operationelle Bankenprüfung (Vorort-Prüfungen, Follow-up-Prüfungen etc.) angesiedelt. Als Allfinanzaufsicht ist die FMA heute die Aufsichtsbehörde über Banken, Versicherungen, Fonds, Wertpapier/Finanzdienstleister und Pensionskassen. Die jetzigen Überlegungen beträfen nur den Banken-Aufsichtsteil. Eine gänzliche Übersiedlung zur Notenbank oder Auflösung der FMA wäre nicht das Ziel, heißt es.
Ähnliche Diskussionen, was die Zukunft der nationalen Bankenaufsichtssysteme betrifft, gibt es auch in anderen Ländern - darunter in Deutschland. Auch dort teilen sich die Bafin und die Bundesbank bisher die Bankenaufsicht.
(APA)