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Schnellauswahl

Koalition, Kameralistik, Kabbalistik

Wenn der Kassasturz ein vor der Nationalratswahl und speziell für die Nationalratswahl gezimmertes Zahlengebäude voller Lügen zusammenfallen lässt, wird der deprimierende Rest von Experten-, Arbeits- und Untergruppen der Koalitionsverhandler weitergereicht und der Einfachheit halber zur Chefsache erklärt.

Wenn der Kassasturz ein vor der Nationalratswahl und speziell für die Nationalratswahl gezimmertes Zahlengebäude voller Lügen zusammenfallen lässt, wird der deprimierende Rest von Experten-, Arbeits- und Untergruppen der Koalitionsverhandler weitergereicht und der Einfachheit halber zur Chefsache erklärt: Der Worthülsen wurden in den vergangenen Tagen genug gewechselt.

Die Regierungsbastler Werner Faymann und Michael Spindelegger sollen also, heißt es jetzt, spätestens am Mittwoch dieser Woche versuchen, bei einem Gespräch jene Kluft zwischen den handelnden (handelnden?) Parteien SPÖ und ÖVP zumindest zu verringern, die zuletzt eher größer denn kleiner geworden zu sein erscheint. Oder nur scheint? Wir wissen es leider nicht.

Man will sich ja nicht ungeduldig zeigen. Die Qualität einer Entscheidung geht eben doch vor dem Tempo und so weiter und so fort. Aber man hätte langsam den Eindruck, ein gewisses Recht darauf zu haben, endlich mit den Realitäten konfrontiert zu werden. Und seien sie noch so bitter. Ist ja keine Lappalie, wenn das Finanzloch einmal mit zehn, dann mit 20 dann, kostet ja – vorerst! – nichts, plötzlich wieder mit 40 Milliarden Euro angegeben wird. Die Grenzen zwischen Kameralistik und Kabbalistik sind offenbar verschwimmend. Das trägt weder zum Vertrauen in die Parteien noch in die Regierung oder die Politik insgesamt bei. Schafft daher bitte Klarheit, Sirs!

dietmar.neuwirth@diepresse.com

 

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.11.2013)