Neue Fed-Chefin für Fortsetzung lockerer Geldpolitik

Janet Yellen, Barack Obama
Janet Yellen, Barack ObamaREUTERS
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Janet Yellen, die Nachfolgerin von Fed-Chef Ben Bernanke, will die US-Wirtschaft weiter mit Konjunkturspritzen unterstützen.

Die designierte Fed-Chefin Janet Yellen hat sich für eine Fortsetzung der ultralockeren US-Geldpolitik ausgesprochen und damit die Furcht vor einem abrupten Ende der Konjunkturspritzen gedämpft. Die US-Notenbank Federal Reserve müsse noch "mehr Arbeit" für die Erholung der US-Wirtschaft investieren, hieß es in einer am Mittwoch im voraus veröffentlichten Rede, die Yellen am Donnerstag im Senatsausschuss halten wollte. In den USA und in Asien zogen die Kurse von Aktien und Anleihen in Reaktion auf die Rede an, während der Dollar nachgab.

Eine Unterstützung der Konjunktur zum jetzigen Zeitpunkt sei der sicherste Weg, um zu einer normalen Geldpolitik zurückkehren zu können, erklärte Yellen. Sowohl die Gesamtwirtschaft als auch der Arbeitsmarkt blieben noch weit hinter ihrem Potenzial zurück und der Inflationsdruck auf absehbare Zeit gedämpft. Yellens Aussagen waren an den Finanzmärkten mit großer Spannung erwartet worden, weil sie ein erster Hinweis auf die zukünftige US-Geldpolitik unter ihrer Führung sind - voraussichtlich wird sie im Februar das Erbe von Ben Bernanke antreten.

Gute Wirtschaftsdaten

Gerade weil Yellen als Verfechterin einer lockeren Geldpolitik gilt, hatten einige Volkswirte damit gerechnet, dass sie sich als harte Inflationsbekämpferin präsentiert, um ihre Glaubwürdigkeit zu stärken. "Dies geht jedoch nicht aus der Rede hervor. Wir gehen auch nicht davon aus, dass sie morgen früh (im Ausschuss) eine härtere Tonart anschlägt", erklärte Michael Feroli von JPMorgan.

Yellens deutliche Aussprache für eine Stützung der Konjunktur sei ein Anzeichen dafür, dass die Notenbank ihre milliardenschweren Anleihekäufe im Dezember noch nicht drosseln dürfte, hieß es. "Dies schließt jedoch nicht unbedingt ein kleines 'Tapering' im Jänner aus, falls die Daten mitmachen", erklärte Dana Saporta von Credit Suisse. Im Fachjargon bezeichnet 'Tapering' die Drosselung der Anleihekäufe von derzeit 85 Mrd. Dollar (63,36 Mrd. Euro) im Monat. Zuletzt hatten relativ gute Wirtschaftsdaten in den USA und Äußerungen einiger Fed-Vertreter die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass die Notenbank ihre monatlichen Wertpapierankäufe bereits im Dezember und damit früher als erwartet zurückfahren könnte.

Inflation befürchtet

Yellen muss sich auf harte Fragen im Senatsausschuss gefasst machen. Ihre Gegner befürchten zunehmende Inflationsgefahren, wenn die Fed unter ihrer Führung zu spät die Geldflut an den Märkten wieder eindämmen sollte. Die erforderliche Mehrheit im Senat für die Nominierung dürfte der 67-jährigen Ökonomin dennoch sicher sein, auch wenn einige Republikaner mit kritischen Fragen die Bestätigung zu erschweren versuchen. Der mehrheitlich mit Demokraten besetzte Bankenausschuss prüft Yellens Qualifikation für den Job, bevor der gesamte Senat über die Personalie abstimmt.

(APA/Reuters)

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