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Thomas Gratzer: "Radikallösung für Volkstheater"

Thomas Gratzer
Thomas Gratzer(c) Die Presse (FABRY Clemens)
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Thomas Gratzer, seit zehn Jahren Leiter des Rabenhof-Theaters, wurde um ein Konzept fürs VT gebeten.

„Ich habe meine Vorstellungen deponiert, wozu ich mehr oder weniger aufgefordert worden bin", sagt Thomas Gratzer, Leiter des Wiener Rabenhof-Theaters, auf die Frage, ob er sich um das Volkstheater beworben habe. Rechnet er sich Chancen aus - als erfolgreicher Off-Theater-Macher seit vielen Jahren? Gratzer: „Keine Ahnung. Ich möchte auch nicht mehr dazu sagen. Die Suche läuft professionell ab. Sicher ist jedenfalls, das Volkstheater braucht eine Radikallösung."

Am 4. 10. endete die Bewerbungsfrist für das VT. Noch im November wollen die Volkstheater-Stiftung, Stadt Wien und Bund eine Entscheidung über die Nachfolge von Direktor Michael Schottenberg ab 2015 treffen. Thomas Gratzer wurde 1962 in Krems geboren. Er war Schauspieler, gründete die Gruppe Habsburg Recycling, seit 2003 leitet er den Rabenhof mit einer Mischung aus Literatur, Boulevard, Kabarett, Musik, Trash.

Das Rabenhof-Theater ist teilweise Ideen-Lieferant fürs Fernsehen: Stermann & Grissemann treten dort auf, die Science Busters, die Parodisten-Truppe Maschek. Dennoch dürften sich manche fragen, ob das Konzept für den kleinen Rabenhof auch im weit größeren Volkstheater erfolgreich sein kann - und ob eine „Rabenhofisierung" des VT überhaupt wünschenswert ist. Das Volkstheater hat allerdings schon jetzt aufgrund des kargen Budgets (11,8 Millionen Euro Subvention) den Weg zum Boulevard eingeschlagen. Das Rabenhof-Theater wiederum hatte zuletzt einen Auslastungsrückgang von 90 auf 77 Prozent. „Nice try", sagt Kulturstadtrat Mailath-Pokorny auf die Frage, ob Thomas Gratzer Volkstheater-Direktor wird, da er doch aufgefordert wurde, ein Konzept zu machen: „Von mir nicht. Ich habe niemanden aufgefordert. Thomas Gratzer macht hervorragend das Rabenhof-Theater. Die Entscheidung über das Volkstheater wird vielleicht noch im November, sicher aber in diesem Jahr getroffen. Bund und Stadt Wien erwarten die Vorschläge der Stiftung," so Mailath. (bp)

 

("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.11.2013)