Alpine-Schuldenberg minimal geschrumpft

Alpine Holding-Pleite: Am 3. Dezember soll die Höhe der Forderungen nach der Prüfungs- und Berichtstagsatzung feststehen.

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Wien/Wals. Am Dienstag endet die Anmeldefrist für Gläubiger der Alpine Holding, der Mutter der Alpine Bau. Der KSV 1870 rechnet mit rund 7000 Gläubigern insgesamt, wie es am Montag hieß. Der Gläubigerschutzverband betonte, dass auch nach Ablauf der Frist noch Forderungen eingebracht werden können. Bei der Alpine Holding geht es um drei Anleihen von 290 Millionen Euro plus Zinsen. Weiters soll die Alpine Holding Haftungen in Höhe von 400 Millionen Euro bei der Alpine Bau übernommen haben - diese kämen noch dazu, sollten diese angemeldet werden. Das Gesamtausmaß werde am 3. Dezember klar, wenn die Prüfungs- und Berichtstagsatzung erfolgt.

Die Finanzmarktaufsicht FMA prüft im Zusammenhang mit der dritten Anleihe im Mai 2012 ex post, ob die Alpine ihre Ad-hoc-Informationspflichten dabei eingehalten hat. Gebilligt waren die Anleihen von der Luxemburgischen Aufsichtsbehörde worden; sie notierten aber an der Wiener Börse. Wann die Untersuchung beendet wird, ist noch unklar, hieß es auf Anfrage.

Der riesige Schuldenberg der Alpine Bau nach deren Pleite ist zuletzt minimal geschrumpft. "Die angemeldeten Forderungen haben sich mittlerweile auf weniger als vier Milliarden Euro reduziert", sagt Alpine-Bau-Masseverwalter Stephan Riel dem "Kurier" (Dienstag). Einige strittige Fälle seien geklärt, einige Forderungen zurückgezogen worden. Nun werde keine neue "Bombe" mehr explodieren, so Riel.

 "Wir sind jetzt in einer Phase der Abwicklung", so der Masseverwalter zum Blatt. Etwa hat auch die Versteigerungen von Alpine-Baumaschinen mehr als zehn Millionen Euro netto eingespielt. "Das ist ein sensationelles Ergebnis", sagt der Industrieversteigerer Herbert Karner. Versteigerungen laufen noch weiter. Zudem ist der Verkauf von Alpine-Liegenschaften angelaufen. Laut "Kurier" sind 21 Liegenschaften allerdings mit einem Simultan-Pfandrecht der Erste Bank über insgesamt 60 Millionen Euro belastet - diese Verpfändungsverträge sind erst im März 2013, als es noch einen Restrukturierungsversuch bei der Alpine gab, geschlossen worden. Ob die Verträge halten, sei daher noch zu prüfen.

(APA)

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