Erste Wandelanleihe von Deutsche Wohnen

Die Wandelanleihe soll den Rückkauf der GSW-Wandelanleihe finanzieren. Die Deutsche-Wohnen-Debütanleihe wird mit 0,5 Prozent verzinst.

Frankfurt am Main. Im Zuge der Übernahme von GSW Immobilien hat sich der Wohnimmobilienkonzern Deutsche Wohnen binnen weniger Stunden 250 Mio. Euro am Kapitalmarkt besorgt. Eine sieben Jahre laufende Wandelanleihe - die erste von Deutsche Wohnen überhaupt - fand bei institutionellen Investoren rasch Absatz, wie das Unternehmen mitteilte.

"Wir hätten locker mehr davon platzieren können", sagte ein Banker. Das Geld soll unter anderem dazu verwendet werden, eine noch sechs Jahre laufende Wandelanleihe der GSW über 182,9 Mio. Euro zurückzukaufen. Deren Gläubiger haben bis Mittwochabend Zeit, Verkaufsangebote zu machen. Begleitet werden beide Transaktionen von der Deutschen Bank, Credit Suisse und der UBS.

Der Tausch in Deutsche-Wohnen-Aktien lohnt sich, wenn diese um mehr als 30 Prozent auf mindestens 18,75 Euro steigen. Am Dienstag fielen sie erst einmal um 1,6 Prozent auf 14,45 Euro. Die Deutsche Wohnen hat sich allerdings das Recht ausbedungen, die Wandelanleihe in bar statt in eigenen Aktien zu tilgen, wenn das für sie vorteilhafter ist. Gekündigt werden kann die Anleihe von den Zeichnern nach fünf Jahren. Die Deutsche Wohnen kann sie selbst frühestens nach vier Jahren kündigen, wenn ihr Aktienkurs über geraume Zeit 30 Prozent über dem Wandlungspreis liegt.

Tauschen alle Käufer ihre Wandelanleihen später in Aktien von Deutsche Wohnen um, müsste diese ihr Kapital um weniger als fünf Prozent erhöhen. Verzinst wird die Anleihe mit 0,5 Prozent im Jahr.

Die 1,8 Milliarden Euro schwere, vollständig mit eigenen Aktien bezahlte Übernahme der GSW soll schon Anfang Dezember vollzogen werden.

In der Nacht zum Dienstag war die letzte Frist für die GSW-Aktionäre ausgelaufen, ihre Papiere in Deutsche-Wohnen-Aktien zu tauschen. Mit Ergebnissen wird erst Ende der Woche gerechnet. Dann wird sich auch entscheiden, wann die GSW-Aktie aus dem Nebenwerteindex MDax herausfällt. Fällt der Streubesitz unter zehn Prozent, wird sie sofort ausgetauscht, sonst erst zur nächsten Index-Überprüfung Ende Dezember. Nach Ablauf der ersten Frist hatte sich Deutsche Wohnen 78 Prozent an der GSW gesichert.

(APA/Reuters)

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