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"Les Revenants": Frankreich kann Serie

Französisch mit englischen Untertiteln mag mühsam klingen, zahlt sich aber aus. Der Achtteiler "Les Revenants", nun mit einem International Emmy bedacht, beschwört eine Stimmung wie einst in "Twin Peaks" herauf.

Ich bin keine Anhängerin dieses Spoilervermeidungs-Wahns, sondern weiß gerne das eine oder andere über eine Serie, die ich sehe. Seit ich "A Song of Ice and Fire" gelesen habe, macht mir "Game of Thrones" doppelt Spaß. Bei "Les Revenants" ist eine gewisse Vorsicht hingegen angebracht. Wer die Serie völlig unwissend sehen möchte, der sollte diesen Blogeintrag nicht lesen. Viel verrate ich aber ohnehin nicht.

Ich verrate (fast) nichts: Bild aus dem Piloten von ''Les Revenants''
Ich verrate (fast) nichts: Bild aus dem Piloten von ''Les Revenants''(c) Canal +

"Les Revenants", basierend auf dem gleichnamigen Film und geschaffen von Fabrice Gobert, spielt in einem kleinen französischen Ort, eingebettet zwischen glitzerndem Stausee und weißbehuteten Berggipfeln. Ohne äußeren Auslöser tauchen dort plötzlich Verstorbene wieder auf, äußerlich unversehrt und sich ihres Todes nicht bewusst. Mehr muss, nein, soll man zum Inhalt nicht wissen.

Was an "Les Revenants" so gut ist, lässt sich auch so sagen: Der Achtteiler, düster und übernatürlich, beschwört eine unheimlich-abstoßende wie fesselnd-anziehende Stimmung herauf, wie man sie aus "Twin Peaks" kennt. Mit seinen kühlen, pulsierenden Bildern (Patrick Blossier) ist sie optisch eindrucksvoll wie Fotos von Gregory Crewdson. Akustisch unterstützen atmosphärische Klänge der schottischen Post-Rocker Mogwai, die sich für den Soundtrack verantwortlich zeichnen, die langsame Entfaltung der Geschichte(n).

Erstaunlich viel Lob für das französische Format gibt es aus den USA, neben Großbritannien der Heimat der Quality-TV-Serien: Der Sundance Channel zeigte "Les Revenants" unter dem englischen Titel "The Returned" auf Französisch mit englischen Untertiteln.

Deutsche Untertitel gibt es leider keine, habe es daher auch auf Französisch/Englisch gesehen. Diese doppelte Fremdsprachigkeit am Feierabend klingt zwar mühsam, man vergisst nach ein paar Minuten aber drauf. Am Montagabend, dem 25. November, erhielt "Les Revenants" den International Emmy für die beste Drama-Serie. Auf Metacritic (Achtung, die verraten zu viel) erhielt sie 92 von 100 Kritikerpunkten.

Und was machen die Amerikaner mit Geschichten, die ihnen gefallen? Genau, Remakes. Dieses soll "They Came Back" heißen.

Für die Fans des Originals: Heuer wurde eine zweite Staffel von "Les Revenants" gedreht, die im kommenden Jahr gezeigt werden soll.

 

"Les Revenants": Leider derzeit nur auf DVD