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Studie: 5,6 Prozent leisten unbezahlte Überstunden

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Welche Österreicher arbeiten "umsonst"? Laut einer Wifo-Studie sind es oft Akademiker, die in der Privatwirtschaft arbeiten.

Während die einen ihren Job verlieren, arbeiten die anderen mehr als sie laut Vertrag sollten: Am selben Tag, an dem die kräftig gestiegenen Arbeitslosenzahlen veröffentlicht wurden, präsentierte das Wirtschaftsforschungsinstitut Wifo eine Studie zu Überstunden, die im Auftrag der Gewerkschaft GPA-djp erstellt wurde. In Österreich wurden demnach im Vorjahr rund 68 Millionen unbezahlte Überstunden geleistet, das waren immerhin 1,2 Prozent des erbrachten Arbeitsvolumens. 5,6 Prozent der unselbstständig Beschäftigten in Österreich erbrachten im Vorjahr unbezahlte Überstunden.

Männer leisten etwas häufiger unbezahlte Überstunden als Frauen. Außerdem erbringen Vollzeitkräfte mehr unbezahlte Überstunden als Teilzeitbeschäftigte.

Grenzen verschwimmen immer mehr

Unbezahlte Überstunden fallen vor allem in Berufsgruppen mit höheren Bildungsanforderungen an, also bei akademischen Berufen und bei Führungskräften. Zwei Drittel der unbezahlten Überstunden wurden von Angestellten geleistet, gut ein Fünftel von öffentlich Bediensteten und rund ein Achtel von Arbeitern und Arbeiterinnen.

Ob Gleitzeit, Zeitkonten, Kurzarbeit, Vertrauensarbeitszeit, Überstundenpauschale oder All-in-Verträge - unbezahlte Überstunden sind laut Wifo auch ein Ausdruck von "neuen ergebnisorientierten Arbeitsformen". Die Grenze zwischen bezahlten und unbezahlten Überstunden verschwimmt.

Unbezahlte Ueberstunden
APA

Für Unternehmen bedeutet unbezahlte Mehrarbeit niedrigere Personalkosten. Für die Mitarbeiter könnten unbezahlte Überstunden "Investitionscharakter" haben - in der Hoffnung künftig mehr zu verdienen. Allerdings wurde auch ein Zusammenhang mit Arbeitslosigkeit nachgewiesen: In Regionen mit einer hohen Arbeitslosenrate werden der Umfrage zufolge mehr unbezahlte Überstunden. Das könnte mit der Sorgen um den Job zusammenhängen.

Kaum Auswirkungen auf Arbeitslosenquote

Auf die Arbeitslosenquote dürften unbezahlte Überstunden nur wenig negative Auswirkungen haben, sagen die Forscher. Dennoch warnt das Wifo: Neben wirtschaftlichen und gesundheitlichen Nachteile für den Arbeitnehmer würden auch Beiträge für die Sozialversicherungen und Steuereinnahmen wegfallen - und damit ein Schaden für die gesamte Gesellschaft entstehen.

(APA)