Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Korruptionsindex: Österreich stürzt weiter ab

Mann mit Euroscheinen bietet Geld an
Symbolbild(c) BilderBox
  • Drucken

Dänemark und Neuseeland führen das Ranking von Transparency International an. In der EU ist Griechenland am stärksten von Korruption durchsetzt.

Österreich hat in den vergangenen Monaten einiges getan, um gegen Bestechlichkeit vorzugehen. Seitens des Justizministeriums werden hierbei etwa die Einrichtung der Whistleblower-Homepage oder das neue Parteiengesetz genannt. Dennoch schnitt es im aktuellen Korruptionswahrnehmungsindex von Transparency International alles andere als gut ab: Es reichte nur für Platz 26. Bereits im Vorjahr war Österreich von Platz 16 auf Platz 25 zurückgefallen.

Am wenigstens von Korruption betroffen sind Dänemark und Neuseeland. Laut der am Dienstag veröffentlichten Studie liegen beide Länder unter 177 geprüften Staaten gemeinsam auf Rang eins. Während sich Deutschland auf Rang zwölf einreiht, bleibt Griechenland der am stärksten von Korruption durchsetzte EU-Staat. Österreichs südlicher Nachbar Italien teilt sich indes mit Kuwait und Rumänien Platz 69. Schlusslichter des Rankings sind mit jeweils acht Punkten Somalia, Nordkorea und Afghanistan.

Verschlechterung der Reputation

Hintergrund der Verschlechterung Österreichs seien die zahlreichen Baustellen, die die Republik noch zu beheben habe, betonte Eva Geiblinger, Vorstandsvorsitzende von Transparency-International-Österreich, im Ö1-"Morgenjournal" am Dienstag. So sei das Lobbying-Gesetz "zu verwaschen", ein hinreichender Schutz für Whistleblower nicht gegeben. Weiters müsse die Staatsanwaltschaft weisungsfrei gestellt werden, forderte Geiblinger: "Es sollte nicht von Ministerin oder Minister oder den Interessen einer Partei abhängen, ob Einfluss auf Anklagen oder Verfahrenseinstellungen genommen wird, und schon gar nicht, dass ein derartiger Eindruck in der Öffentlichkeit entstehen kann."

Ein weiterer Grund seien die, in den vergangenen Jahren bekannt gewordenen, Korruptionsfälle. Geiblinger dazu: "Das ist eine nachhaltige Verschlechterung der Reputation Österreichs in der internationalen Geschäftswelt und das gibt Anlass zur Besorgnis."

Korruptionswahrnehmungsindex (CPI)

Der CPI ist ein Index aus vergleichenden Länderanalysen durch Unternehmensberatungsagenturen, NGOs und Stiftungen sowie Umfragen unter Managern international tätiger Unternehmen aus den vergangenen ein bis drei Jahren. "Gemessen wird beim CPI die Wahrnehmung der Verbreitung von Bestechlichkeit sowie effektiver Mechanismen zur Bekämpfung und Prävention von Korruption im öffentlichen Sektor der jeweiligen Staaten", so Hubert Sickinger, Vizepräsident des Beirats von Transparency International - Austrian Chapter. Der CPI-Wert ist der Mittelwert aus den für den jeweiligen Staat zugrunde liegenden Studien, umgerechnet auf eine Skala zwischen 0 (umfassende Korruption) und 100 (keine Korruption) Österreich kommt in dieser Skala 2012 und 2013 jeweils auf 69 Punkte.

>> Korruptionswahrnehmungsindex

>> Bericht des Ö1-"Morgenjournals"

(Red.)