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PISA: Mädchen hinken in Mathe hinterher

Schule in Nordrhein-Westfalen
Schule in Nordrhein-Westfalen
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Die Leistungen von Mädchen und Buben driften immer weiter auseinander. Immer noch gehören viele heimische Schüler zu den Risikoschülern.

Mädchen fallen in Mathematik immer weiter zurück. Das ist ein alarmierendes Detail der ansonsten deutlich besseren österreichischen PISA-Ergebnisse in diesem Jahr: Wie „Die Presse“ berichtete, haben die heimischen Schüler in Mathematik – dem diesjährigen Schwerpunktfach – um zwölf Punkte aufgeholt. Sie liegen damit über dem OECD-Schnitt und auf Rang elf. Der Unterschied zwischen Buben und Mädchen ist hierzulande aber um einiges krasser als in anderen Ländern. Laut der aktuellen Auswertung der OECD haben die Burschen im Schnitt 22 Punkte mehr erreicht als die Mädchen – das ist eine doppelt so große Differenz wie im OECD-Schnitt.

"Über das Auseinanderdriften zwischen Jungen und Mädchen in der Mathematik sollte sich Österreich Sorgen machen", kommentierte der stellvertretende Bildungsdirektor der OECD, Andreas Schleicher, das Ergebnis. Denn die Unterschiede sind seit dem Jahr 2003 um 15 Punkte angestiegen – die stärkste Zunahme, die in allen Ländern zu beobachten war, die in diesen beiden Jahren getestet wurden.

Immerhin könne man anhand der Mathematik-Kompetenzen von Menschen "mit ziemlicher Sicherheit voraussagen, wie groß ihre Chancen auf einen erfüllenden Arbeitsplatz sind und ob sie auch sonst an der Gesellschaft teilhaben werden". Es sei "schlicht nicht hinnehmbar", dass Frauen hier in Österreich "so viel schlechter" dastünden als Männer, so Schleicher.

Mädchen haben wenig Freude an Mathe

Bei den Burschen ist der Anteil an Risikoschülern, die bestenfalls einfache Formeln und Schritte zur Lösung von Aufgaben anwenden können, um rund drei Prozentpunkte auf 16,1 Prozent zurückgegangen und gleichzeitig hat sich der Anteil an Mathe-Assen von 16,7 auf 18 Prozent gesteigert. Bei den Mädchen hat unterdessen der Anteil der Risikoschülerinnen um fast drei Prozentpunkte auf 21,2 Prozent zugelegt und im Vergleich zu 2003 der Anteil der Spitzenschülerinnen um über einen Prozentpunkt auf 10,6 Prozent abgenommen.

Eine mögliche Erklärung: Bei den Mädchen ist die Freude an Mathematik und die Motivation, Mathe zu lernen, in der Regel besonders gering. Mädchen haben deutlich weniger Vertrauen in ihre mathematischen Fähigkeiten und mehr Angst vor dem Fach als Burschen. Insgesamt zählen die österreichischen Schüler zu jenen, die am wenigsten Freude an Mathematik haben.

Jeder Fünfte löst nur einfache Formeln

Auch beim Lesen gibt es übrigens große Unterschiede zwischen den Geschlechtern: Hier erreichen die Mädchen wie schon seit der ersten PISA-Studie 2000 bessere Ergebnisse, der Unterschied liegt im Schnitt bei 37 Punkten. In den Naturwissenschaften schneiden Burschen und Mädchen ähnlich ab.

Gut ein Viertel der Schüler ist zumindest in Lesen, Mathe oder in Naturwissenschaftenein Risikoschüler: 26 Prozent der 15- bzw. 16-jährigen Österreicher (OECD: 29 Prozent) erreichen bei PISA 2012 in zumindest einem der drei überprüften Kompetenzbereiche nicht einmal Mindeststandards. Elf Prozent gehören sogar in allen drei Bereichen zur Risikogruppe, jeder fünfte Schüler kann nicht sinnerfassend lesen.

In Mathematik hat sich Österreich bei den Risikoschülern etwas verbessert etwas verbessert. Jeder siebte Schüler gehört in Mathematik zur Spitzengruppe, jeder fünfte ist ein Risikoschüler.  Das bedeutet: Sie können bestenfalls einfache Algorithmen und Formeln lösen und Verfahren anwenden. Das sind zwar weniger als im OECD-Schnitt (23 Prozent), allerdings sind es in Südkorea nur zehn, in Finnland zwölf Prozent. In der Schweiz, dem diesjährigen Europasieger in Mathematik, ist jeder siebte ein Risikoschüler, jeder fünfte an der Spitze.

Migranten sind deutlich schlechter

Einmal mehr zeigt der aktuelle PISA-Test die Kluft zwischen Schülern mit und ohne Migrationshintergrund. Diese war in Österreich stets größer als in anderen Ländern. Auch, wenn der Anteil der Migranten unter den besten Schülern (leicht) steigt, stellen sie immer noch rund ein Drittel der Risikoschüler. In Mathematik liegen Schüler mit Migrationshintergrund 60 Punkte hinter den anderen.

Im Detail: Schüler, die im Ausland geboren sind, erreichen im Schnitt 454 Punkte, jene der zweiten Generation 458. Schüler ohne Migrationshintergrund liegen bei 516 Punkten. In den meisten anderen Ländern ist der Unterschied zwischen Migranten und Einheimischen geringer geworden.

Mehr: Alle zentralen Ergebnisse des aktuellen PISA-Tests.

(beba)