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Notenbanken warnen vor Bitcoin

(c) REUTERS (ANDY CLARK)
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Nach einem rasanten Anstieg der Onlinewährung Bitcoin bremsen Währungshüter in China und Frankreich die Euphorie - und warnen vor möglichen Verlusten für Anleger.

Wien/Paris/Peking. Die erfolgreiche, aber neuartige Online-Kryptowährung Bitcoin gerät ins Visier der staatlichen Währungshüter. Am Donnerstag warnten die Notenbanken Frankreichs und Chinas vor Gefahren im Umgang mit Bitcoin. Die nicht staatliche Währung war im Wert zuletzt gewaltig gestiegen. Ein Bitcoin kostete zuletzt rund 1000 Dollar – vor sechs Monaten stand die Währung noch bei rund 100 Dollar.

Auch wenn die Währung noch keine konkrete Gefahr für das Finanzsystem Chinas darstelle, so seien doch Risken damit verbunden, teilte die chinesische Notenbank am Donnerstag auf ihrer Homepage mit. Zudem kündigte sie an, gegen Geldwäsche mit Bitcoins vorzugehen. Bitcoin-Händler müssen sich bei den Behörden anmelden. Ganz verboten werden sollen Bitcoins für die chinesischen Bürger nicht. Auch wenn es keine offiziellen Daten zu der virtuellen Währung gibt, so gehen Experten dennoch davon aus, dass Chinesen wichtige Marktteilnehmer sind und einen großen Anteil aller Bitcoins halten.

Zuletzt war der Bitcoin-Kurs auf Rekordwerte gestiegen. Viele Spekulanten haben ihr Geld virtuell investiert. Die Marktkapitalisierung ist mit rund zwölf Mrd. Dollar aber noch sehr gering. An den internationalen Währungsmärkten werden rund 5,3 Billionen (5300 Milliarden) Dollar täglich gehandelt (!). In China ist der Handel mit Währungen aber stark limitiert, auch die nationale Währung Yuan darf nur unter strengen Auflagen das Land verlassen.

 

Kurs gibt nach

Die Währung Bitcoin existiert nur virtuell und wird mit Computerspeicherkarten oder elektronisch transportiert. Sie stellt damit ein potenzielles Loch in dem eigentlich geschlossenen Kapitalkreislauf dar. Dazu kommt, dass derartige Währungen auch bei Kriminellen eine Rolle spielen. Sie können für Geldwäsche, Drogenhandel und Bestechung genutzt werden. Ein Argument, das allerdings auch für Dollar, Euro, Yuan oder Gold und Silber zutrifft.

Die Nachricht der chinesischen Warnung vor Bitcoin hat den Währungskurs am Donnerstag einbrechen lassen – zeitweise auf unter 1000 Dollar pro Stück. Das bisherige Allzeithoch liegt bei rund 1200 Dollar. Auch die französische Notenbank äußerte sich am Donnerstag warnend zu Bitcoin: Eine Gefahr für das Finanzsystem stellten Bitcoins zwar nicht dar, erklärten die Notenbanker. „Sie sind aber ein finanzielles Risiko für jene, die Geld darin investiert haben“, teilte die Bank von Frankreich mit. Der Kurs der Währung schwanke sehr stark. Dazu komme, dass es für die Anleger keine Garantie gebe, Bitcoins in eine staatlich akzeptierte Währung wie Euro oder Dollar zu tauschen.

So deutlich wie Frankreich und China hat sich bisher keine Währungsinstitution zum Thema Bitcoin geäußert. Ein Papier der Europäischen Zentralbank (an der die Banque de France beteiligt ist) kam schon vor fast zwei Jahren zu dem Schluss, dass Bitcoin keine Gefahr für das Finanzsystem darstelle. Das Phänomen einer unabhängigen „privaten“ Währung mit Massenakzeptanz ist sehr neu. Zwar gab es vor der Einführung staatlicher Notenbanken eine ganze Reihe privater Währungen – diese wurden aber von konkreten Banken herausgegeben, die wiederum mit ihrer Reputation (und ihrem Kapital) dafür hafteten.

Bei Bitcoin ist das nicht der Fall. Die Währung wird außerhalb des Bankensystems gehandelt und unterliegt keinerlei Regulatoren – außer jenen, die (angeblich) von den anonymen Entwicklern vorgegeben wurden. So soll die ultimative Menge von Bitcoins beschränkt sein: auf 21 Millionen Stück. (APA/jil)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.12.2013)