Meinung: Die Ausweitung der Kampfzone

USA wollen al-Qaida im Irak "beschäftigen", um Attentate in anderen Staaten zu verhindern. Doch diese Strategie geht nicht auf.

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mmer wieder hatten die Sicherheits kräfte im letzten Moment das Schlimmste verhindern können. Doch dieses Mal schlüpften die Terroristen durch Jordaniens engmaschiges Geheimdienstnetz. Das Blutbad in Amman ist eine gezielte Provokation für Jordaniens Führung. König Abdullah pflegt ein entspanntes Verhältnis zu Israel und gilt als Freund der USA. Die Haschemiten-Monarchie ist somit ein Stachel im Fleisch arabischer Islamisten, den sie mit Gewalt herausziehen wollen.

Die Attentäter haben aber auch eine grausige Botschaft an die USA und ihre westlichen Verbündeten gesandt: Ihr wollt uns im Irak isolieren, doch wir haben die Kampfzone ausgeweitet.

"Wir müssen den Terroristen in Bagdad entgegentreten, damit sie nicht zu uns kommen", hat Präsident Bush einst argumentiert. Sprich: Solange al-Qaida mit dem Abschlachten von Irakern und US-Soldaten beschäftigt ist, hat sie keine Kapazität für größere Anschläge außerhalb des Zweistromlandes.

Doch diese Strategie geht nicht auf: Irak gehört heute zu den größten Terror-Exporteuren. Dschihadisten aus aller Welt strömen hierher, lernen das Terrorhandwerk und kehren in ihre Heimatländer zurück: nach Ägypten, Saudiarabien und Jordanien. Ein Abzug der Amerikaner ist trotzdem keine Alternative. Das würde al-Qaida als Sieg sehen, als Weckruf für eine Großoffensive im ganzen Nahen Osten. (Berichte: S. 1 und 2)

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