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Pretoria: Dreitägige Trauerprozession zu Mandelas Ehren

SOUTH AFRICA MANDELA DEATH
In Südafrika verabschieden sich die Menschen von Nelson Mandela mit besonderen Ehren.APA/EPA/KIM LUDBROOK
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Zahlreiche prominente Gäste haben sich angekündigt – darunter US-Präsident Barack Obama und seine beiden Amtsvorgänger.

Eine dreitägige Trauerprozession mit den sterblichen Überresten des Nationalhelden Nelson Mandela soll es den Südafrikanern ermöglichen, Abschied von ihrem früheren Präsidenten zu nehmen. Der Sarg mit Mandelas Leiche werde am Mittwoch, Donnerstag und Freitag durch die Straßen der Hauptstadt Pretoria geleitet, teilte Regierungssprecher Neo Momodu am Samstag mit.

Die zentrale Gedenkfeier für den südafrikanischen Nationalhelden und Friedensnobelpreisträger soll am Dienstag im FNB-Stadion in Johannesburg stattfinden. Zahlreiche prominente Gäste aus aller Welt, unter ihnen aktuelle und frühere Staatschefs, Künstler und religiöse Führer, werden Mandela in den kommenden Tagen die letzte Ehre erweisen. Unter anderem haben sich US-Präsident Barack Obama und seine Frau Michelle sowie seine beiden Amtsvorgänger George W. Bush und Bill Clinton angekündigt, die ebenfalls mit ihren Ehefrauen anreisen werden. Auch das französische Staatsoberhaupt Francois Hollande hat seine Teilnahme zugesagt. Über eine Teilnahme von Bundespräsident Heinz Fischer an den Trauerfeierlichkeiten ist noch nicht entschieden, wie am Samstag von der Präsidentschaftskanzlei auf APA-Anfrage mitgeteilt wurde.

Flaggen auf Halbmast

In zahlreichen Ländern wie den USA, Frankreich und Großbritannien wehten die Flaggen auf Halbmast, die indische Regierung ordnete eine fünftägige Staatstrauer an. Die Route des dreitägigen Trauerzugs in Pretoria werde jeweils am Morgen bekannt gegeben, erklärte Momodu. Nach den Prozessionszügen wird Mandelas Sarg in den Union Buildings, dem Sitz der südafrikanischen Regierung, aufgebahrt. Der Anti-Apartheid-Kämpfer und erste schwarze Präsident seines Landes war am Donnerstag nach langer Krankheit im Alter von 95 Jahren gestorben. Sein Tod hatte in aller Welt Trauer ausgelöst. Präsident Jacob Zuma rief die Südafrikaner dazu auf, nicht nur um Mandela zu trauern, sondern auch zu singen und zu tanzen, "um das Leben dieses außergewöhnlichen Revolutionärs zu feiern".

Auch am Samstag beherrschte Mandelas Tod das öffentliche Leben in Südafrika. Auf den Straßen, im Radio und im Fernsehen war die Nachricht das beherrschende Thema. Hunderte Menschen strömten weiter zu Mandelas Haus in Johannesburg, um um ihn zu trauern. Sie sangen und zündeten Kerzen an. Auch Souvenirs wurden feilgeboten. Auch in Soweto sangen und tanzten Landsleute bis in die frühen Morgenstunden vor Mandelas einstigem Haus. Die Mandela-Stiftung legte mehrere Kondolenzbücher aus, in die sich Besucher rund um die Uhr eintragen können.

Trauerfeier im Stadion

In seinem Heimatland wird Mandela mit besonderen Ehren verabschiedet. Für Sonntag ist ein nationaler Tag des Gebets angesetzt. Am Montag kommen beide Parlamentskammern zu einer Sondersitzung zusammen. Am Dienstag findet im Stadion von Johannesburg mit Platz für mehr als 90.000 Menschen die zentrale Trauerfeier statt. Am Sonntag kommender Woche wird Mandela in privatem Rahmen in Qunu beigesetzt - dem Dorf in der Provinz Eastern Cape, in dem der Freiheitskämpfer aufgewachsen war.

Reservisten der Armee wurden mobilisiert, um die Trauerfeierlichkeiten zu unterstützen. Soldaten sollen in den kommenden Tagen an Flughäfen stationiert werden und die Veranstaltungen in Pretoria und Qunu absichern. In Mandelas Heimatort bereiteten sich die Einwohner auf die Rückkehr des Freiheitskämpfers vor. "Wir trauern, er verdient unseren größten Respekt", sagte Mandelas Neffe Mfundo Mtirara. Anders als in den Großstädten nahmen die Einwohner in Qunu in aller Stille Abschied von Mandela.

(APA)