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Wohnungen für Normalbürger zu teuer

Josef Schmidinger
Josef Schmidinger(c) APA/GEORG HOCHMUTH

Laut s-Bausparkassen-Chef fehlt leistbarer Wohnraum. Ein Überangebot gebe es aber im Luxussegment.

Wien. Es gibt in Österreich genug neuen Wohnraum, viele neu errichtete Wohnungen sind aber für den Durchschnittsmenschen zu teuer, sagte s-Bausparkassen-Chef Josef Schmidinger gestern im Klub der Wirtschaftspublizisten. Benötigt würden vor allem Wohnungen mit einer Monatsmiete von 6,50 bis sieben Euro pro Quadratmeter, nicht aber hochpreisige ab 13 Euro pro Quadratmeter.

Neue Eigentumswohnungen sollten, so Schmidinger, idealerweise etwa 2200 Euro pro Quadratmeter kosten, also rund 150.000 Euro bei 70 Quadratmetern. Dann gehe sich eine monatliche Darlehensbelastung knapp über 500 Euro aus – leistbar für den Durchschnitt. Ein Überangebot gebe es aber im Luxussegment, in dem Quadratmeterpreise von 14.000 bis 18.000 Euro für Eigentum keine Seltenheit seien.

 

Zu wenig Geld zum Sparen

Auch durch die galoppierenden Grundstückspreise werde erschwingliches Wohnen immer schwieriger – und ebenso durch die Reallohnverluste der Beschäftigten und die jahrelang recht hohe Inflationsrate. Diese Schere habe den Menschen vielfach die Möglichkeiten zum Sparen genommen, konstatierte Schmidinger. Die niedrigen Zinsen, die Finanzierungen deutlich billiger machen, könnten da nur teilweise helfen.

In Wien haben sich die Marktpreise für Mietwohnungen laut Immobilienpreisspiegel in den letzten Jahren um ein Drittel verteuert – von 6,6 auf 8,8 Euro/m2. Laut Schmidinger wurde Wohnen überproportional teurer: Der Verbraucherpreisindex habe im selben Zeitraum im Schnitt nur um 2,1 Prozent pro Jahr angezogen, die Wohnungskosten und Mieten dagegen um 3,3Prozent. (APA)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.12.2013)