Europas Leitbörsen schließen einheitlich im Minus

Börseschluss. Unsicherheiten um künftige US-Geldpolitik - Europäische Industrieproduktion enttäuscht.

Frankfurt am Main. Die europäischen Leitbörsen sind am Donnerstag einheitlich mit Verlusten aus dem Handel gegangen. Der Euro-Stoxx-50 verbilligte sich um 19,19 Einheiten oder 0,65 Prozent auf 2.928,12 Zähler.

Nach schwachen Vorgaben von der Wall Street und aus Asien kamen die europäischen Leitbörsen am Donnerstag nicht aus der Verlustzone. Für Verunsicherung sorgten Spekulationen über die künftige geldpolitische Linie der US-Notenbank Federal Reserve (Fed). Jüngst veröffentliche US-Konjunkturdaten brachten dazu auch keine Klarheit.

Die Einzelhandelsumsätze im November sind zwar besser ausgefallen als von Ökonomen erwartet, doch auch die Anträge auf Arbeitslosenhilfe haben in der abgelaufenen Kalenderwoche überraschend zugenommen. Bei einer wirtschaftlichen Erholung könnte der Druck auf die Fed steigen, das Anleihenkaufprogramm früher zurückzufahren.

Vor diesem Hintergrund beeinflussten enttäuschende Zahlen zur europäischen Industrieproduktion den Handel kaum. Die Produktion ist im Oktober um 1,1 Prozent zum Vormonat gefallen. Ökonomen hatten einen Anstieg von 0,3 Prozent erwartet.

In Paris erlebten Peugeot-Aktien einen Kursrutsch. Der Konzern hat erstmals Pläne für eine mögliche Kapitalerhöhung bestätigt. Weil das Geschäft in Russland und Lateinamerika stockt, muss die Autosparte des Konzerns außerdem rund 1,1 Milliarden Euro abschreiben. Zudem wird die Zusammenarbeit mit General Motors zusammengestrichen - sie bringt auch deutlich weniger Einsparungen als erwartet. Peugeot-Titel verloren satte 7,61 Prozent und schlossen bei 10,63 Euro.

Besser lief es für EADS, die mit einem Plus von 1,25 Prozent bei 53,52 Euro schlossen und damit zu Handelsschluss sowohl im CAC-40 als auch im Euro-Stoxx-50 an der Spitze standen. Der Luftfahrt- und Rüstungskonzern hatte sich bereits am Mittwoch positiv zur weiteren Dividendenentwicklung und den künftigen Geschäftszielen geäußert. Am Dienstag hatte der Konzern zudem einen harten Sparkurs inklusive Jobabbau angekündigt.

Mit Kursgewinnen schlossen im Euro-Stoxx-50 nur fünf Titel, die allesamt in Paris notiert sind. Darunter waren mit Vinci (plus 0,48 Prozent auf 46,65 Euro) und Saint Gobain (plus 0,09 Prozent auf 37,01 Euro) zwei aus der Baubranche.

Bank-Titel befanden sich durchwegs im Minus. ING verloren 2,10 Prozent auf 8,95 Euro. Banco Santander fielen um 1,45 Prozent auf 6,06 Euro. UniCredit reduzierten sich um 1,08 Prozent auf 5,06 Euro.

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