Bauern-Einkommen sanken heuer zweites Jahr in Folge

Wetter-Extreme setzten Landwirten zu: Ertragsminderungen bis hin zu Komplettausfällen. Obendrein Getreidepreis-Verfall.

Die heimische Landwirtschaft hat heuer stark unter den Wetter-Extremen, aber auch einem Getreidepreis-Verfall zu leiden gehabt - deshalb sind die Bauern-Einkommen das zweite Jahr hintereinander gesunken. Die Agrar-Einkommen pro Arbeitskraft sanken real um 8,8 Prozent, nach bereits 7,1 Prozent Rückgang im Jahr 2012. Die um knapp zwei Prozent höheren Förderungen glichen hier nicht viel aus.

Nominell betrug der durchschnittliche Einkommensrückgang im Agrarsektor pro Arbeitskraft heuer 6,9 Prozent, geht aus ersten Eckdaten der neuen Landwirtschaftlichen Gesamtrechnung der Statistik Austria von Freitag hervor. Dabei wurde der durch den Strukturwandel bedingte Rückgang der Agrar-Arbeitskräfte für 2013 auf 1,4 Prozent geschätzt, woraus (deflationiert mit dem impliziten BIP-Preisindex) eine reale Abnahme des Faktoreinkommens je Arbeitskraft von 8,8 Prozent resultierte. 2013 schrumpfte der agrarische Produktionswert insgesamt um 3,1 Prozent auf rund 7,0 Mrd. Euro.

Die starken Einkommenseinbußen der letzten zwei Jahre sind natürlich historisch gesehen zu relativieren: 2011 und 2010 waren sehr gute Jahre für die heimischen Bauern, da legten ihre Einkommen pro Arbeitskraft real um 16,9 bzw. 17,9 Prozent zu. 2009 stand ein Minus von 23,2 Prozent zu Buche, was die Volatilität des stark witterungsabhängigen Wirtschaftssektors zeigt.

Die Aufwendungen der Bauern für die von ihnen bezogenen Vorleistungen blieben laut ersten Schätzungen im Vorjahresvergleich stabil (+0,1 Prozent). Tierhaltende Betriebe waren in der ersten Jahreshälfte mit hohen Futtermittelpreisen konfrontiert, im zweiten Semester sanken diese. Strom und Pflanzenschutzmittel wurden teurer, Düngemittel und Sprit dafür billiger. Allerdings wurde beim Sprit 2013 erstmals keine MÖSt-Rückvergütung mehr gewährt.

Die für die Einkommensberechnung berücksichtigten Förderungszahlungen machten heuer rund 71 Prozent des agrarischen Faktoreinkommens aus. Gegenüber 2012 erhöhten sich die Förderzahlungen um 1,8 Prozent.

Die neue Regierung stehe vor der großen Aufgabe, alles zu unternehmen, um die bäuerlichen Einkommen wieder zu stabilisieren, betonte Landwirtschaftskammer-Präsident Gerhard Wlodkowski am Freitag zu den Einkommensdaten. Dazu sei nicht nur die 50:50-Kofinanzierung der Ländlichen Entwicklung notwendig, die nun im Regierungsübereinkommen stehe. Sondern es müssten auch die finanziellen und legistischen Rahmenbedingungen ein positives Wirtschaften der Betriebe möglich machen, so Wlodkowski in einer Aussendung.

(APA)

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