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"Guter" Wirtschaftsstandort Österreich gefährdet

APA/HANS KLAUS TECHT
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79 Prozent der Firmen schätzen den Standort heute mit "gut" ein. In 30 Jahren erwarten zwei Drittel der Betriebe einen "schlechten" Standort, zeigt eine IV-Umfrage.

33 Weltmarktführer und internationale Leitbetriebe mit Sitz in Österreich - darunter Andritz, Siemens Österreich und voestalpine - bewerten den Standort Österreich durchwegs positiv, in 30 Jahren soll es hierzulande aber nicht mehr so rosig aussehen. 79 Prozent der Leitbetriebe schätzen den Standort Österreich aktuell mit "gut" ein, zwölf Prozent mit "sehr gut" und drei Prozent mit "schlecht".

Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Umfrage im Rahmen einer Studie der Industriellenvereinigung. In 30 Jahren erwarten 64 Prozent der Weltmarktführer mit Sitz in Österreich einen "schlechten" und zwölf Prozent einen "sehr schlechten" Standort. Nur zwölf Prozent rechnen 2043 mit einem "guten" Wirtschaftsstandort Österreich.

Die Industrie-Leitbetriebe mit Ausfuhren von 19,2 Milliarden Euro haben laut IV-Studie eine Exportquote von im Schnitt 85 Prozent. Mit 214.000 Mitarbeitern erzielten sie einen Produktionswert von 39,2 Milliarden Euro. Die FDI (ausländischen Direktinvestitionen) belaufen sich auf 3,5 Milliarden Euro.

Auslandsstandorte sichern Arbeitsplätze

Die Auslandsinvestitionen und Auslandsstandorte sichern derzeit noch den Standort und die Beschäftigung in Österreich, sagte voestalpine-Chef Wolfgang Eder am Freitag vor Journalisten in Wien."Dieser Effekt wird oft unterschätzt." Wenn sich die Rahmenbedingungen in Österreich aber weiter verschlechtern würden, dann sei der Standort Österreich gefährdet. Bei den Exporten werde es in den nächsten Jahren einen "starken Umschwung" der Destinationen von Europa nach Asien und Nord- und Südamerika geben. Eder wünscht sich von der heimischen Regierung ein ähnliches Bekenntnis zur Re-Industrialisierung wie in den USA.

Von der geplanten Leitbetriebe-Standortstrategie der künftigen Bundesregierung erwartet sich die Industriellenvereinigung "Antworten auf die Frage", wie bereits angesiedelte Leitbetriebe zu neuem Engagement in Österreich angeregt und neue Leitbetriebe angesiedelt werden können, so IV-Generalsekretär Christoph Neumayer am Freitag bei der Präsentation der Studie. Als eines der "wichtigsten Felder für Sofortmaßnahmen" sieht Neumayer die Entlastung des Faktors Arbeit durch eine "substanzielle Senkung der Lohnnebenkosten".

(APA)