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Meinung: Ein Mann wie Schröder sorgt vor

Deutschlands Ex-Bundeskanzler hat rechtzeitig darauf geschaut, dass er was hat, wenn er was braucht. Nämlich zu seiner Amtszeit.

E
s kann sich auszahlen, Kreml-Chef Putin einen "lupenreinen Demo kraten" zu nennen und russische Menschenrechtsverletzungen unter den Teppich zu kehren. Gerhard Schröder ist der beste Beweis dafür. Kaum aus dem deutschen Bundeskanzleramt ausgezogen, ist er schon Aufsichtsratschef "North European Gas Pipeline Company", in der Gazprom, dem staatlich kontrollierten russischen Erdgasmonopolisten, die Aktienmehrheit hält. Es ist natürlich reiner Zufall, dass sich Schröder knapp vor dem Ende seiner Amtszeit tapfer gegen alle Widerstände aus Polen und der Ukraine für eine Ostsee-Pipeline stark machte. Und er hat damals selbstverständlich auch nicht gewusst, dass das Milliardenprojekt von seinem künftigen Brötchengeber (NEGPC) betrieben wird. Wie könnte er sonst nur?!

Ein Schelm, wer anderes denkt. Macher wie Schröder sorgen eben vor, nicht unbedingt für ihr Land, aber für sich selbst. Exemplarisch lebt er vor, was Versorgungssicherheit mit Energie heißt. Und Energie hat er, der Ex-Bundeskanzler. Sogar Englisch (während seiner Amtszeit hat er es ja kaum gebraucht) lernt er jetzt noch: für seinen anderen neuen Arbeitgeber, den Schweizer Ringier-Verlag.

Wenn es so weitergeht, kann es sich nur noch um Tage handeln, bis Schröder auch Generalimporteur für chinesische Autos wird. Wie sagten schon die 68er? Auch das Private ist politisch. (Seite 6)

christian.ultsch@diepresse.com