Voest-Aktien für Sozialdemokraten

Die SPÖ weint der verstaatlichten Voest nach. Der Steuerzahler habe nämlich nichts mehr von den Dividenden, wie es heißt.

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er oberösterreichische SPÖ-Chef Erich Haider kann sich gar nicht darüber freuen, dass die Voest nun endgültig zur Gänze privatisiert ist. "Das Einzige, was sich mit dem Verkauf aber sicher geändert hat: Der Steuerzahler hat nichts mehr von den Dividenden-Gewinnen", meint Haider in einem klassenkämpferischen Nachruf. Dabei vergisst er jedoch, dass der Steuerzahler jahrzehntelang sehr viel von der Verstaatlichten hatte. Nämlich Schulden.

Diesen riesigen Schuldenberg hat die ÖIAG durch die Privatisierung ein für alle Mal abgetragen. Für den Steuerzahler ist das Thema Verstaatlichte finanziell abgehakt. Und für all jene, die wie Genosse Haider gerne eine Dividende kassieren möchten, gibt es eine ganz einfache Lösung: Die Voest-Aktie wird an der Börse gehandelt, sie kann von jedem Steuerzahler käuflich erworben werden.

Der Chef der oberösterreichischen Sozialdemokraten sieht das allerdings etwas anders: "Der Unterschied zwischen der Zeit vor und nach der Privatisierung liegt bloß darin, dass die von der Belegschaft beinhart erarbeiteten Millionengewinne jetzt an Private und ins Ausland gehen."

Bleibt die Frage offen: Sind Private keine Steuerzahler? Und weiter meint Haider: "Nun, wenn es ans Verdienen geht, profitieren besonders jene Spekulanten, die noch nie einen Beitrag zum Erfolg der Voest geleistet haben." So ungerecht kann der freie Markt sein. Da dürfen sogar Sozialdemokraten wie Erich Haider ganz einfach Voest-Aktien kaufen - obwohl sie in ihrer Regierungszeit wahrlich nie einen Beitrag zum Erfolg der Voest geleistet haben.

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