Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Wahre Kunst

Österreich geht über von florierenden Festivals. Warum nicht auch am Wörthersee? Wenn nur die ahnungslosen Politiker nicht wären.

P
olitiker sind keine guten Festival- Macher. Nicht nur, weil sie von ge wieften Künstlern leicht über den Tisch gezogen werden (Glanz, Glamour, Gagen, Versprechungen), sondern weil ihnen Branchen-Kenntnisse fehlen.

Sein ärgster Feind hätte Kärntens Landeshauptmann Jörg Haider nicht in eine so tolle Bredouille bringen können, wie er das nun selber geschafft hat. Verschwendung, Skandal rund um die Wörtherseebühne, U-Ausschuss im Landtag. Das alles neben der Spesen-Affäre.

Renato Zanella ist ein umstrittener Choreograph, er war ein glückloser Ballettchef der Wiener Staatsoper. Warum hat ihm Haider sein Prestige-Festival anvertraut, warum nicht für eine vernünftige Organisation gesorgt? In Niederösterreich wird sommers in jedem Dorf gespielt. Es gibt auch namhafte Festivals, dabei kann sich der NÖ-Fremdenverkehr keineswegs mit jenem in Kärnten messen. In Salzburg strömen die Besucher, trotz enormer Kartenpreise, zu den Festspielen, ebenso in Bregenz. Die Seefestspiele Mörbisch boomen mit Operetten.

Doch auch Kärnten feiert schöne Feste: Carinthischer Sommer, Komödien in Porcia, für Kenner den Bachmann-Concours, die "Wörthersee Classics". Da hätte man die Seebühne prächtig platzieren können: mit Oper, Musical, Konzerten (Jazz). Hat es dort alles gegeben. Jetzt aber ist nur mehr das Finanz-Debakel in aller Munde. Die Wörtherseebühne hat die üble Nachrede, Haider den Spott, der Steuerzahler den Schaden. Und die Bundespolitiker müssen sich fragen lassen, was sie animierte, für diesen Betrieb Geld locker zu machen. Damit Haider Ruhe gibt? Eines ist sicher: In Österreich ein Festival derart in den Sand zu setzen, das ist wahre Kunst. (Bericht: Seite 2)

barbara.petsch@diepresse.com