Es ist wirklich schade, dass Pazifisten so wenig Interesse an österreichischem Hightech-Kriegsgerät haben.
Warum muss die Schweizer Garde im Vatikan noch immer mit ih ren lächerlichen Lanzen herumstehen? Ein Steyr-Sturmgewehr wäre vielleicht nicht ganz so charmant, aber umso imposanter. Und das Innenministerium würde bestimmt keine Mucken mit der Exportgenehmigung machen. Auch der Sanktus aus dem Außenamt wäre wohl kein Problem. So einfach wäre alles, würden sich Österreichs international hoch geschätzte Rüstungskonzerne nur die richtigen Geschäftspartner aussuchen. Jene nämlich, die ihr Kriegsgerät zwar kaufen, aber - Gott behüte - niemals ausprobieren würden. Schließlich ist auch das österreichische Kriegsmaterialgesetz auf die pazifistische Nutzung heimischen Kriegsgeräts ausgerichtet. So mutiert nahezu jeder Waffenexport zur halblegalen, korruptionsverdächtigen Schieberei.
Deshalb kracht es regelmäßig auf dem Truppenübungsplatz der österreichischen Biedermeierlichkeit. Jüngstes Beispiel: der Export von Steyr Mannlicher Scharfschützengewehren in den Iran. Dass die Gewehre nur gegen Drogendealer eingesetzt werden, kann man glauben oder nicht. Innen- und Außenministerium haben es geglaubt - und genehmigt. Dass es den USA bei ihrem Boykott gegen Steyr Mannlicher jedoch nur ums Verhindern des iranischen Atom- und Chemiewaffenprogramms geht, auch das kann man glauben oder nicht.