Gute Verbindungen schaden nie

Beim Aufbau des Behördenfunknetzes in Österreich kommt es neben der Funkverbindung vor allem auf die politische Verbindung an.

E
s heißt zwar, wir leben im Zeitalter der modernen Telekommunika tion, doch in Wahrheit ist das nicht mehr als eine Floskel. Denn das beste Computerprogramm, die ausgefeilteste Handy-Technologie werden eines niemals ersetzen: persönliche Beziehungen. Die Verbindung von Mensch zu Mensch ist und bleibt das Um und Auf.

Der beste Beweis für diese These wird derzeit beim Aufbau eines österreichweiten Behördenfunknetzes geliefert. Polizei, Rettung und Feuerwehr wollen technisch aufrüsten und im Falle einer Katastrophe oder eines Terroranschlages über ein abhörsicheres, autarkes Funknetz verfügen. Eigentlich sollten die Blaulicht-Organisationen seit April in ihrem eigenem Funknetz kommunizieren. Doch der erste Anlauf wurde nach einem heftigen Streit zwischen Innenministerium und der Betreibergesellschaft im Sommer 2003 gestoppt. Persönliche Animositäten der handelnden Personen sollen zum Scheitern nicht unwesentlich beigetragen haben, heißt es.

Das Projekt wurde neu ausgeschrieben. Beim zweiten Anlauf wurde dem Thema "Persönliche Beziehung" von Anfang an größte Aufmerksamkeit geschenkt. Und siehe da: Das heikle Projekt läuft plötzlich wie am Schnürchen. Der Geschäftsführer der neuen Betreibergesellschaft Tetron war schließlich früher einmal Kabinettchef im Innenministerium. Projektleiter ist der Sohn des niederösterreichischen Landeshauptmann-Stellvertreters. Es ist einfach beruhigend festzustellen, dass in unserer technokratischen, schnelllebigen Zeit das Zwischenmenschliche nicht zu kurz kommt. (Bericht: Seite 11)

Lesen Sie mehr zu diesen Themen:


Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt
Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.