Meinung: Sparer & Anleger in der Sackgasse

Wer mehr Rendite will, geht ein höheres Risiko ein. Eine Binsenweisheit, die Amis-Kunden derzeit schmerzhaft vor Augen geführt wird.

I
n der Bawag-Affäre herrscht derzeit die sprichwörtlich Ruhe vor dem Sturm, weil die Prüfung des dubiosen Refco-Kredits noch im Gang ist. Inzwischen bahnt sich beim heimischen Anlageberater Amis schon der nächste Finanzskandal an. Immerhin 16.000 Kunden zittern um ihr Erspartes, das offenbar solange zwischen Wien, Luxemburg und den Cayman Islands hin- und hergeschoben wurde, bis ein großer Teil davon verschwunden war. Die beiden Amis-Gründer, die des schweren gewerbsmäßigen Betrugs verdächtigt werden, sucht man nun ebenso wie die fehlenden 70 Millionen Euro.

Betrugsfälle, wie den bei Amis offenbar vorliegenden, wird man nie völlig verhindern können. Wirtschaftsprüfer, Aufsichtsräte und die Finanzmarktaufsicht müssen sich freilich die Frage gefallen lassen, ob sie dem fragwürdigen Finanz-Ringelspiel nicht allzu lang tatenlos zugesehen haben.

Anleger hofften bei Amis nach der Devise "no risk, no fun" auf gute Erträge. Nun müssen sie einen großen Teil ihres Geldes in den Rauchfang schreiben, zumal die für solche Pleiten gedachte Einlagensicherung offenbar hoffnungslos überfordert ist. Was bleibt, ist die bittere Erkenntnis, dass nur das gute alte Sparbuch praktisch risikolos ist. Aber das ist in Wahrheit ein Verlustgeschäft, zieht man von den mickrigen Zinsen, mit denen uns die Banken abspeisen, Kapitalertragsteuer und Inflation ab.

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