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Hypo-Pleite würde Raiffeisen treffen

HYPO ALPE-ADRIA
HYPO ALPE-ADRIA(c) EPA
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Eine Hypo-Insolvenz hätte für Österreichs Banken negative Auswirkungen, warnt die Nationalbank. Betroffen wären vor allem die anderen Hypos und Raiffeisen.

Wien. Für den Bund wäre eine Pleite der Hypo Alpe Adria die günstigste Lösung, schrieb „Die Presse“ Ende November. Untermauert wurde die Analyse durch ein Gutachten des Beratungsunternehmens Oliver Wyman, das vom Finanzministerium in Auftrag gegeben wurde. Laut Oliver Wyman könnte sich der Bund bei einer Hypo-Insolvenz 5,3 Milliarden Euro ersparen. Doch SPÖ, ÖVP und die Nationalbank lehnen eine Pleite der Hypo kategorisch ab.

Nun sind Berechnungen der Nationalbank durchgesickert, wonach eine Hypo-Insolvenz einen volkswirtschaftlichen Schaden von bis zu 26 Milliarden Euro verursachen könnte. Diese Zahl überrascht. Noch im Frühjahr hat die Nationalbank erklärt, dass die Hypo im schlimmsten Fall einen Schaden von bis zu 16 Milliarden Euro anrichten könnte.

Doch wie kommt die Nationalbank nun auf ihre neue Zahl von 26 Milliarden Euro?

Fix sind die Haftungen des Bundeslandes Kärnten für Hypo-Anleihen, die Ende 2012 bei einem Volumen von 14,9 Milliarden Euro lagen. Bei einer Insolvenz der Hypo und des Bundeslandes Kärnten würden die Anleihenbesitzer leer ausgehen. Betroffen wären meist institutionelle Investoren aus dem Ausland – wie Versicherungen, Banken und Pensionskassen.

 

Warnung vor Flächenbrand

Laut Nationalbank würde eine Hypo-Insolvenz aber für einen weiteren Flächenbrand sorgen. Denn die Hypo Alpe Adria schuldete der Pfandbriefstelle der österreichischen Hypobanken zuletzt 1,2 Milliarden Euro. Die Verluste müssten von den anderen Hypobanken getragen werden. Dies hätte zur Folge, dass drei weitere Hypobanken sofort unter die gesetzlichen Eigenkapitalvorschriften fallen würden.

Welche Institute betroffen sind, sagt die Nationalbank nicht. Dem Vernehmen nach wäre eine Hypo-Insolvenz besonders schlecht für die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich, weil diese sowohl die Hypo Salzburg als auch die Hypo Oberösterreich kontrolliert. „Insgesamt erscheinen potenzielle Folgekosten für die kommenden drei Jahre von rund sechs bis acht Milliarden Euro als nicht unrealistisch“, zitiert das Magazin „Profil“ aus dem Nationalbank-Papier.

Bei einer Hypo-Abwicklung droht Österreichs Banken auch eine Herabstufung der Bonität. Damit würde sich für die fünf größten Institute in den nächsten drei Jahren die Geldaufnahme um 1,8 Milliarden Euro verteuern, warnt die Nationalbank. Um das alles zu verhindern, kommt der Steuerzahler für die Hypo-Sanierung auf. In der Vorwoche wurde die nächste Finanzspritze von 800 Millionen Euro beschlossen. Indes stimmte die BayernLB laut „Presse“-Informationen dem Verkauf der Österreich-Tochter der Hypo an einen Investor aus Indien zu. (höll)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.12.2013)