Die Einkaufsstraßen sind voll, immer mehr Geschäftsflächen leer.
Handel

Das laute Raunen der Händlerschaft

Die Konsumlaune ist im Keller, Umsätze sinken, viele Geschäfte müssen zusperren. Der Handel befindet sich im Umbruch. Dabei ist nicht alles so trostlos, wie die jüngsten Großinsolvenzen vermuten lassen.

Wenn man sich in der Händlerschaft umhört, stößt man vor allem auf eines: Resignation. Seit der Coronapandemie kommt die Branche nicht so recht aus dem Krisenmodus heraus. Erst die Lockdowns, dann verrückt spielende Lieferketten samt ausufernder Containerpreise und überquellender Warenlager. Und als sich die Lage im Frühjahr 2022 gerade aufzuhellen begann, sorgte der russische Machthaber Wladimir Putin mit seinem Überfall auf die Ukraine für explodierende Energiepreise. Die Inflation schnellte nach oben, Kaufkraft und Konsumlaune nach unten – ein toxischer Cocktail für den heimischen Handel und seine mehr als 400.000 Angestellten.

Der Linzer Handelsexperte Christoph Teller spricht angesichts der schwachen Konjunktur gar von einem „Mehrfrontenkampf zwischen gestiegenen Einkaufspreisen, Kostensteigerungen, Personalmangel und Kaufzurückhaltung“. Dass angesichts dieser Ausgangslage zuletzt immer mehr große wie kleine Handelsunternehmen das Handtuch werfen mussten, ist für Teller alles andere als verwunderlich.

Allein in den ersten sechs Monaten des Jahres mussten im Einzelhandel 6400 Betriebe schließen, mehr als doppelt so viele wie im Vorjahreszeitraum. Die spektakulären Pleiten bekannter Handelsmarken trugen zuletzt ihr Übriges zur gedämpften Stimmung bei. Dazu kommen schwache Unternehmenszahlen, quer über alle Handelsbereiche. Inflationsbereinigt gingen die Umsätze im Einzelhandel im ersten Halbjahr um 3,8 Prozent zurück. „Eine tolle Konjunkturentwicklung schaut anders aus“, kommentierte der Ökonom Peter Voithofer kürzlich.

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