Glosse: Vorspiel zum Iran-Abenteuer

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ie die Welt sich in den zweiten vier Jahren der Ära Bush dreht, entscheidet sich in Teheran. Sollte das Mullah-Regime sein Abkommen mit der EU brechen und Atomwaffen bauen, werden die USA nicht davor zurückschrecken, zu einem weiteren Militärschlag auszuholen. Stimmen die Recherchen des amerikanischen Aufdeckerjournalisten Seymour Hersh, dann kundschaftet die US-Armee bereits Ziele für ihre Angriffe gegen den Iran aus.

Möglich, dass es sich dabei um eine gezielte Indiskretion der US-Regierung handelt, gleichsam um eine Depesche an Teheran, abgedruckt im "New Yorker": Die iranischen Machthaber sollten sich demnach nicht der Illusion hingeben, dass Bush nach dem anhaltenden Desaster im Nachbarstaat Irak den Glauben an die militärische Option verloren hat.

Richtig gefährlich könnte das taktische Spiel werden, wenn die USA, so wie in den Monaten vor der Irak-Invasion, den Eindruck erwecken, dass sie den Krieg um jeden Preis wollen. Dann nämlich werden die Mullahs erst recht alles daran setzen, um sich eine Atombombe als Versicherung zuzulegen. Ein Krieg wäre unausweichlich. Mit Folgen, die das irakische Fiasko in den Schatten stellen.

christian.ultsch@diepresse.com

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