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Höchste Arbeitslosenrate seit 60 Jahren

THEMENBILD: AMS/SITUATION AM ARBEITSMARKT
Symbolbild: AMSAPA/ANDREAS PESSENLEHNER
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In der Geschichte der Zweiten Republik waren noch nie so viele Menschen ohne Job wie im Jahr 2013. Die Arbeitslosenquote war nur ein einziges Mal höher.

Im Jahr 2013 wurde in Österreich beinahe ein trauriger Rekordwert erreicht. Die durchschnittlichen Arbeitslosenquote von 7,6 Prozent ist die zweithöchste in der Geschichte der Zweiten Republik. Nur im Jahr 1953 war die Quote mit 8,7 Prozent noch deutlich höher, teilte das AMS auf APA-Anfrage mit. In absoluten Zahlen waren seit 1945 noch nie so viele Personen ohne Job, die Beschäftigtenanzahl liegt aber auch auf einem Rekordhoch. Die Arbeitslosenquote war aber um 10,2 Prozent höher als noch im Jahr 2012. Damals lag sie bei sieben Prozent.

Einen "substanziellen Rückgang" der Rate erwartet AMS-Vorstand Herbert Buchinger in den nächsten Jahren nicht. Ein schwacher Trost: Im EU-Vergleich hat Österreich - nach Eurostat-Berechnung - weiterhin die niedrigste Arbeitslosigkeit. Der aktuelle Wert liegt bei 4,8 Prozent.

Mehr als jeder Zehnte ohne Job

Das schwache Wirtschaftswachstum belastete auch im Dezember den Arbeitsmarkt. Die Arbeitslosenquote nach nationaler Definition schnellte per Monatsende im Vergleich zum Vorjahresmonat um 0,9 Prozentpunkte auf 9,5 Prozent.  Ende Dezember waren damit 361.279 Österreicher arbeitslos gemeldet, außerdem befanden sich 66.864 Personen in Schulungen, hier gab es einen Anstieg von 7,1 Prozent. Insgesamt waren damit 428.143 Menschen ohne Job, das ist ein Plus von 11,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Bei den Über-50-Jährigen kletterte die Arbeitslosenrate im Vergleich zum Vorjahresmonat um 23 Prozent, die Jugendarbeitslosigkeit um 6,5 Prozent. Deutlich schwieriger gestaltet sich auch die Suche nach einer Lehrstelle. Die sogenannte "Lehrstellenlücke" wurde deutlich größer: Für 6055 Lehrstellensuchende gab es nur 2710 offene Lehrstellen. Frauen (13,5 Prozent) waren stärker betroffen als Männer (10,9 Prozent).

Handel und Sozialwesen stark betroffen

Hart getroffen hat es Beschäftigte im Gesundheits- und Sozialwesen (17,9 Prozent ) und im Handel (15,6 Prozent). Der Dienstleistungsbereich hinke der Konjunkturentwicklung erfahrungsgemäß etwas hinterher, so Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ). "Nach den aktuellen Prognosen der Wirtschaftsforscher wird die sich nun schon deutlich abzeichnende Erholung der Konjunktur den Anstieg der Arbeitslosigkeit im Verlauf des neuen Jahres zumindest weiter abschwächen", zeigte er sich leicht zuversichtlich.

(APA)