Jetzt auch offiziell: Viele Ältere ohne Job

Die Statistik nähert sich der Realität langsam an.

Im Dezember schnellte die Zahl der über 50-Jährigen, die sich beim AMS um einen Job anstellten, um fast ein Viertel auf 88.287 Personen hoch. Hinter der Schreckensnachricht verbirgt sich auch etwas Gutes: Die Zeiten, in denen alle älteren Arbeitslosen so einfach in der Statistik versteckt werden konnten, gehen zu Ende. Anders als vor zehn Jahren werden Ältere nicht mehr scharenweise in die Frühpension gedrängt. Wenn Firmen sie nicht mehr anstellen wollen, macht sich das in der Arbeitslosenquote bemerkbar.

An Nachrichten wie diese werden wir uns gewöhnen müssen. Denn in Summe sind laut Schätzungen rund 250.000Österreicher nicht korrekt in der Arbeitslosenstatistik erfasst. Neben rituellen Frühpensionierungen helfen auch die Massenbeschäftigungstherapie via AMS-Schulung, die verhältnismäßig vielen Studienjahre der Österreicher und die Tatsache, dass 190.000 heimische Sozialhilfeempfänger offiziell nicht als arbeitslos gelten, um das Land auf Platz eins der EU-Arbeitslosenstatistik zu hieven, auf den Politiker so gern verweisen.

Auf die falsche Sicherheit, die dieser erschummelte „Erfolg“ verspricht, sollten wir getrost verzichten. Es reicht, wenn wir bei Bereichen, in denen wir es auch verdienen, vorn stehen. Und keine Sorge, es wird nicht nur beim Skispringen bleiben.

matthias.auer@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.01.2014)

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