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AMS-Kopf: "Regierung kann nicht viel machen"

(c) Die Presse (Clemens Fabry)
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Die Arbeitslosenquote werde heuer auf acht Prozent steigen, so AMS-Chef Johannes Kopf.

Wien. Die Arbeitslosigkeit steigt weiter – und die Politik habe kaum Möglichkeiten, dagegen vorzugehen. Das sagte Johannes Kopf, Leiter des Arbeitsmarktservice Österreich (AMS), am gestrigen Mittwoch. „Die Regierung kann heuer nicht mehr wahnsinnig viel machen“, so Kopf. Die Arbeitslosenquote – nationale Definition – soll heuer im Vergleich zum Vorjahr von 7,6Prozent auf acht Prozent steigen und 2015 auf diesem Niveau verharren. Das bedeutet einen Anstieg der vorgemerkten Arbeitslosen von 287.000 auf 307.000. Dazu kommen über 70.000 Menschen in Schulungen.

Damit wird die Arbeitslosenquote heuer den höchsten Stand seit dem Jahr 1953 erreichen – damals betrug sie 8,7Prozent. Bereits im Vorjahr war die Quote so hoch wie seit 1953 nicht mehr. Im EU-Vergleich hat Österreich dennoch die niedrigste Arbeitslosigkeit. Laut Kopf könne die Bundesregierung heuer noch am ehesten im Baubereich aktiv werden, wenn sie es sich leisten kann. Nicht abschätzbar seien die Folgen der Pleite des Baukonzerns Alpine, dessen Beschäftigte fast alle von anderen Baufirmen übernommen wurden. „Wir haben momentan kein Alpine-Problem“, so Kopf. Es sei aber unklar, was im Frühjahr passiere, „wenn die Baustellen wieder aufsperren“. Es sei offen, ob die Baukonjunktur anziehe und die 5000 ehemaligen Alpine-Mitarbeiter weiterhin einen Job haben.

Kopf erwartet heuer durch ein deutlich höheres Wirtschaftswachstum eine Zunahme der offenen Stellen und damit eine „etwas leichtere Situation“ für Arbeitslose. Es gebe „noch keinen Grund für Optimismus“, eine Trendwende ab Mitte 2015 sei möglich. (APA)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.01.2014)