Das Bildnis des Dorian Gray

Suzuki Swift Deluxe: starker Motor und Ausstattung, üppig wie ein Weihnachtskarpfen.

Schönheit kommt von innen? Nette Ausrede. Zumindest für Kleinwagendesigner, die hässliche Kisten mit dem CW-Wert eines Bremsfallschirms vom Fließband rollen lassen.

Muss nicht sein. Mit der Neuauflage des Swift lieferte Suzuki die Fortsetzung seines Erfolgsmodells im (BMW)Mini-Format (3,7 Meter Länge/1,69 Meter Breite). Und der Japaner gehört neben Citro«ns C2 zu den schönsten Kleinwagen: klare Linien, dynamisches Auftreten ohne kitschige Kulleraugen, keine unnötigen Details, die verwirren.

Zur kraftvollen, leicht bulligen Form passt das dynamische Herz der Topversion: 101 Benzin-PS aus 1,5 Liter Hubraum, die 1000 Kilo japanisches Blech und Plastik (Innenraum) mit brauchbarer Beschleunigung bis auf 185 km/h treiben. Womit wir beim Bildnis des Dorian Gray wären: wunderschöne Fassade, mit der der Charakter nicht ganz mithalten kann. Der Motor braucht hohe Drehzahlen und wird dort ordentlich laut, reagiert auf Lastwechsel im unteren Drehzahlbereich unwirsch, und die Türinnenverkleidung hinterlässt keinen stabilen Eindruck. Zusätzlich ist das Navigationsdisplay (integriert in der Autoradio­blende) zu klein und brennt mit der extremen neonroten Hintergrundbeleuchtung bei längerer Betrachtung Löcher in die Netzhaut. Aber irgendwo muss gespart werden. Immerhin rollt die Top­variante des Swift (Deluxe) mit dem Kampfpreis von 15.290 Euro an, der eine üppige Ausstattung bietet: Seiten- und Kopfairbags (vorne und hinten), Klima, Sitzheizung, CD-Radio mit Navi und Lenkradfernbedienung, elektrisch verstellbare und beheizbare Außen­spiegel. Dazu kommen Nebelscheinwerfer und schlüssel­loses Türöffnen und Starten. Leider gibtÂ’s ESP nicht einmal als Extra.

Dafür begnügt sich das wendige Spaßmobil mit hartem (manchmal holperndem) Fahrwerk mit nur 6,5 Liter/100 km. Damit ist Diesel für die günstige „Mini-Alterna­tive“ (Suzuki-Definition) kein Argument mehr.

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