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Ehe, Sex: Mehrheit gegen Vorgaben der Kirche

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Die Laien präsentieren den Bischöfen einen Online-Umfrage.

Die katholische Kirche wird ihrem Auftrag nicht gerecht, wenn Geschiedene, die wieder geheiratet haben, von den Sakramenten ausgeschlossen bleiben. Dieser Aussage stimmen neun von zehn (exakt sind es 89 Prozent) zu. Fast ebenso viele, 88 Prozent sagen, betroffene Gläubige würden sich dadurch verletzt fühlen. Und 93 Prozent stimmen der Aussage zu, dass sich auch gläubige Katholikinnen nicht an das Pillenverbot halten. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Online-Umfrage des Zukunftsforums der Katholischen Aktion Österreichs (KAÖ).

Präsidentin Gerda Schaffelhofer will darüber nun mit Kardinal Christoph Schönborn sprechen, der bei einem Treffen der Laienorganisation mit mehreren Bischöfen in Salzburg aus Krankheitsgründen fehlte. Von 27. bis 31. Jänner ist die gesamte Bischofskonferenz routinemäßig in Rom und erläutert dort in den Zentralstellen und bei einer Begegnung mit Franziskus die Lage (der Kirche) in Österreich.

Weitere Ergebnisse der Umfrage, bei der die Antworten von 4256 Personen ausgewertet werden konnten: 87 Prozent sprechen sich für eine zweite kirchliche Heirat nach dem Beispiel der orthodoxen Kirche aus. Insgesamt halten 54 Prozent die Lehre der katholischen Kirche über die Ehe für „veraltet".

 

Kluft zwischen Lehre und Praxis

 

Der Pastoraltheologe Paul Michael Zulehner hat die Umfrage für die KAÖ ausgewertet. Im Gespräch mit der „Presse" zeigt er sich abgebrüht. Ihn überraschen die Ergebnisse keineswegs. Diese seien zwar nach wissenschaftlichen Kriterien nicht repräsentativ, aber wegen der guten Streuung der Teilnehmer (Geschlecht, Alter) „aussagekräftig". Dass Lehre und Praxis bei diesen Themen auseinander klaffen sei wieder einmal bewiesen. (d. n.)