206cc HDi: Frühlingsgefühle im Diesel-Cabrio

Tuckern statt fauchen? Der 206cc HDi ist der erste Freiluftdiesel von Peugeot.

Diesel & Cabrio: Das ist wie Feuer und Wasser, Äpfel und Birnen, Fisch und Fahrrad. Dazu kommt die Frage: Ist es wirklich der Sinn eines Cabrios, wirtschaftlich durch die Gegend zu tuckern statt elegant zu cruisen und dynamisch schnittige Bergkurven zu inhalieren?

Egal. Die „Großen“ (BWM/VW) sind bereits auf den Diesel-Hype aufgesprungen und haben Selbstzünder-Cabrios im Programm. Und jetzt riskiert es auch Peugeot. Den Blechfaltdach-Bestseller 206cc gibt es jetzt mit 109-PS-Selbstzünder. Damit kann das erste Diesel-Cabrio von Peugeot – eines der beliebtesten Cabrios der Österreicher – ab sofort bei heimischen Händlern geordert werden.

Eine Drehung am Zündschlüssel, und der Kleine gibt sich aufs erste Hinhören ganz zahm. Selbst mit geöffnetem Verdeck ist das typische Diesel-Tuckern kaum zu vernehmen.

Filter gegen Partikel & Geruch

Mit einem Tritt aufs Gaspedal ist Schluss mit lustig. Das satte Drehmoment (245 Nm; per Nachdruck kurzfristig sogar 260 Nm) zieht den Zweisitzer mit der 1,6-Liter-Maschine gewaltig nach vorne. Wichtig für Österreich: Der Motor erfüllt Euro IV und wird serienmäßig mit Partikelfilter ausgeliefert. Und der filtert auch den typischen Diesel-Gestank heraus, wie Peugeot stolz betont.

Selbstzünder sind nicht gerade Sportkanonen. Dieses Urteil wird beim ersten Test relativiert. Im Vergleich zum Benziner wurde das Getriebe enger gestuft, der Diesel wirkt dadurch auf Bergstraßen dynamisch-kraftvoll – auch wenn im oberen Drehzahlbereich der Atem fehlt, der flotte Benziner auszeichnet. Dafür hilft der Durchschnittsverbrauch von 4,9 Liter (Spitze: 190 km/h) Geld sparen.

Dass Peugeot den HDi nicht mit dem gleich starken Benziner, sondern mit der 2,0-Liter-Maschine (136 PS) vergleicht, dürfte einen ökonomischen Grund haben. Der 109-PS-Diesel ist mit 21.800 Euro um 2700 Euro (!) teurer als der 1,6-Liter-Benziner – auch wenn der HDi serienmäßig über ESP samt Antischlupfregelung (ASR), Leichtmetallfelgen und ein Alu-Design-Paket im Innenraum verfügt. Ausstattungsbereinigt ist der Diesel-206 noch immer um mehr als 1200 Euro teurer als sein gleich stark motorisierter Benzinbruder.

Nachdem sich Diesel-Fahrer an Wiener Tankstellen etwa zehn Cent pro Liter gegenüber einem Benziner ersparen, muss ein 206cc HDi einige Kilometer abspulen, um den höheren Anschaffungspreis wieder hereinzuholen (zusätzlich zum Filterwechsel bei 120.000 Kilometer). Zudem gilt, dass der 206cc nicht als Kilometerfresser ausgelegt ist, sondern stark in Richtung Freizeit-Zweitauto geht.

Lesen Sie mehr zu diesen Themen:


Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt
Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.