BMW 730D: Der stille Tod des Buckelwals

Der Ami-Buckel am Heck ist weg. Kein Verlust für die Menschheit.

Selbst David McTaggart konnte ihm nicht mehr helfen (das war der Greenpeace-Typ, der die Wale gerettet hat). Der Buckelwal (Kampfgewicht: zwei Tonnen) war zum Aussterben verurteilt – und das war gut so.

Der Tod kam plötzlich und verdient mit dem Facelift. Der Buckel der BMW-Luxusklasse (andere bezeichneten das Ding als Kofferraumdeckel), dieses für Europäer protzige, polarisierende US-Design, ist Geschichte. Zwar geht das auf den optischen Trick zurück, die Rücklichter in die Klappe zu ziehen. Es wirkt aber.

Das Eck am Heck war den Designern zu wenig: Die optisch ebenfalls problematische Front wurde durch elegantere Scheinwerfer und breitere BMW-„Niere“ entschärft. Der 7er wirkt sportlicher. Selbst wenn sich klassische, fast zu konservative Züge finden (Rücklichter im angelehnten Retro-Design). Wunderschön ist dafür die silberne Leiste zwischen beiden Rücklichtern. Sie unterstreicht den edlen Eindruck des BMW-Flaggschiffs und verleiht dem Heck einen würdigen Touch.

Würdig ist ebenfalls der Antrieb in der Einstiegsklasse. Unter der Haube werkt der überarbeitete Reihensechzylinder (2993 cm3 Diesel). Den gibts jetzt mit Voll-aluminium-Kurbelgehäuse (25 Kilo abgespeckt) und Common-Rail III mit Pie­zo-Einspritzung. Bedeutet in der Praxis: 231 statt 218 PS, in 7,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h, Spitze: 238 km/h, das mächtige Drehmoment von 500 Nm wurde auf 520 Nm geschraubt und liegt bei 2000 U/min an. Der serienmäßige Partikelfilter versteht sich in dieser Klasse von selbst.

Der 7er ist sportlicher geworden; nicht nur optisch. Straßenlage und Handling sind im Praxistest exzellent, und der Begriff des 730D als „schwächster 7er“ relativiert sich. Beim Druck aufs Gaspedal steppt zwar nicht der Bär. Mit dem Drei-Liter-Aggregat wirkt er trotzdem überraschend agil und leichtfüßig, sorgt für ein würdiges Vorwärtskommen im Alltag. Dass sich der 730D in der Praxis rund zehn Liter  auf 100 Kilometern genehmigt, vergönnen wir ihm.

Die gute Nachricht zum Tag: Im Glaubenskrieg zwischen BMW-Fahrern und BMW-Entwicklern befinden sich die Techniker auf dem geordneten Rückzug. Audio- und Klimaanlage werden nicht mehr mühsam über hunderte i-Drive-Untermenüs gesteuert. Jetzt gibtÂ’s eigene Knöpfe im Armaturenbrett.

Der Preis für den 730D beginnt bei 77.582 Euro  (samt notwendigem Österreichpaket). Wie bei BMW üblich, lässt sich die Grundausstattung mit exklusivem Zubehör elegant nach oben befördern. Bis die Hausbank rebelliert.

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