VW Polo: Golf-Kurs für Anfänger

Polo, die fünfte Generation: Ein Beispiel, wie man seine Wurzeln verlässt und dem großen Bruder nacheifert.

Sieht aus wie ein Passat, riecht wie ein Passat – ist aber keiner. Denn 3,92 Meter sind einfach zu kurz für die Vertreter-Rakete von Volkswagen. Hinter den dynamisch geschnittenen Scheinwerfern und der Passat-Formensprache der Front steht die neueste Polo-Generation, die VW Grund zum Feiern gibt: Seit 30 Jahren rollt der Kleine gemütlich über Österreichs Straßen; 168.000 Stück wurden seit 1975 bei uns verkauft.

Wenn Kleine erwachsen werden

Erster Eindruck der neuen Generation: Der Kleine ist erwachsen geworden. Das neue Styling macht Schluss mit dem „lieb und brav“-Image für liebe und brave Leute; aus dem netten Kleinwagen ist ein vollwertiger Golf-Nachfolger geworden. „Schuld“ daran ist der allgemeine Wachstums-Trend der Autobranche: Der neue Polo hat um genau 19 Millimeter zugelegt und erreicht damit die Größe des Golf II.

Die Lücke, die der Ex-Kleinwagen Polo hinterlässt, wird innerhalb des VW-Konzerns vom Fox geschlossen. Dafür strebt der Polo, der ab sofort in Österreich auf dem Markt ist, in höhere Klassen. Das zeigen nicht nur die seitlichen Blinkerleuchten, die elegant in die Außenspiegel integriert sind. Auch im Bereich der Ausstattung gibt es Zubehör, das bisher Passat & Co. vorbehalten war: Einparkhilfe, Reifendruck-Kontrollanzeige (sie warnt vor einem sich abzeichnenden Reifenschaden), Kopf-Airbags, „Coming home“-Funktion beim Abblendlicht (das Licht leuchtet nach dem Aussteigen noch einige Zeit, um in der Dunkelheit den Weg zur Haustüre zu weisen). Diese Features sind aufpreispflichtig – ebenso wie das elektronische Stabilitätsprogramm ESP, das es ab einer Motorisierungen von 74 kW (100 PS) serienmäßig gibt.  Der Innenraum wirkt bereits serienmäßig hochwertig, ist gut verarbeitet und poliert den etwas angekratzten Begriff „deutsche Qualität“ wieder auf.

Polo-Fahrer können aus einer Palette von fünf Benzinern und vier Diesel wählen, die alle die Euro-IV-Abgasnorm erfüllen. Die Einstiegsklasse und das (in Österreich) beliebteste Polo-Modell ist mit 11.792 Euro das günstigste: Der 55 PS-Benziner. 33 Prozent aller heimischer Polo-Käufer haben sich in der Vergangenheit für ihn entschieden.
Bei den ersten Testfahrten zeigte das beliebteste Polo-Modell: genügend Kraft für die Stadt; auf Landstraßen geht es durchaus würdig voran – wenn nicht zu hohe Ansprüche an die Beschleunigung gestellt werden.

Interessant wird diese Polo-Variation in der Ausstattungslinie „Cool Family“, für die sich rund 90 Prozent der heimischen Käufer entscheiden. Um den Preis des Vorgängers gibt es um 13.370 Euro eine halbautomatische Klimaanlage, CD-Radio, vier Türen, elektrische Fensterheber vorne, elektrisch verstell- und beheizbare Außenspiegel, Funkfernbedienung, und Nebelscheinwerfer.

Benziner in Spitzenposition

Hinter dem 55 PS-Benziner (33 Prozent Marktanteil) liegen der 75 PS-Benziner und der 70 PS-TDI-Diesel an zweiter Stelle (jeweils 20 Prozent der Polo-Verkäufe). Der größere Benziner bewegt sich wie sein kleiner Bruder recht harmonisch durch die Landschaft; mit deutlich spürbar mehr Kraft als die 55 PS-Version; beide auf einem straffen Fahrwerk, kombiniert mit einem leisen Innenraum. Am 70 PS-TDI gibt es ebenfalls wenig zu meckern; nur von unten heraus könnte es eine Spur kraftvoller zugehen.

Stichwort Partikelfilter: 2006 gibt es den Polo TDI mit 80 PS samt Partikelfilter. Dann tritt die Bonus-Malus-Regelung für Diesel unter 110 PS in Kraft. Derzeit offeriert VW Nachrüst-Partikelfilter von Remus in Gebieten, in denen es eine Förderung gibt (beispielsweise Graz).

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