Microvan-Spezies mit Schiebetüren, die auf Knopfdruck elegant nach hinten schwingen. Das hat Stil – und garantiert stundenlange Unterhaltung.
Das sieht der Herr Zorits überhaupt nicht gerne. Offene Türen, ordentlicher Hang-off, Fuß am Gas und Knie am Asphalt. Schon in Jugendtagen machte er Jagd auf uns. Wir, mit stinkenden Zwei-Takt-Mopeds, er im weißen Gendarmerieauto.
Die Zeiten ändern sich. Die Gendarmerie existiert nicht mehr, aber es macht weiter Spaß. Immerhin schreibt die Straßenverkehrsordnung nicht vor, wie ein 1007 am Asphalt zu bewegen ist; das erledigen die Grenzen der Vernunft (die sehr fließend sind).
Egal. Peugeot ist mit dem 1007 ein großer Wurf gelungen: Erstmals eine Doppelnull in der Modellpalette; erstmals ein Micro-Van mit elektrisch angetriebenen Schiebetüren. Und die schwingen leise-elegant zur Seite und öffnen eine 92 Zentimeter breite Einstiegsluke. Das hat Stil, das ist sexy, das ist beeindruckender als ein 7er BMW, bei dem der Kofferraumdeckel per Fernbedienung öffnet (meistens um die Einkaufssackerl beim Hofer einzuladen).
Cabrio-Feeling mit offener Tür
Nebenbei: Mit offenen Schiebetüren fährt es sich wie im Seiten-Cabrio. Oder: Schiebedach seitlich. Der Spaß geht bei der Automatik allerdings nur im ersten Gang, der zweite lässt sich mit offenen Türen nicht einlegen.
Die Größe der 92 Zentimeter-Luke ist jedenfalls beachtlich, erleichtert den Einstieg in die zweite Reihe und ist nebenbei der Grund, weshalb der 1007 nicht nur für Singles und junge Familien, sondern für ältere Semester angepriesen wird. Mit einer Fahrzeughöhe von 1,62 Metern gehtÂ’s leichter für jene, die sich beim Einsteigen schon ein bisserl schwerer tun.
Apropos schwer. Der 1.6 Sporty ist mit seinen 106 Benzin-PS die stärkste Version und bewegt den 1007 würdig, aber nicht extrem sportlich. Das bereitet Sorgen, dass die schwächer motorisierten Brüder etwas sehr gemütlich unterwegs sind. Immerhin bringt der 1007 mehr als 1200 Kilo auf die Waage. Viel für den Kleinen. (Der etwas größere 206er wiegt fast 200 Kilo weniger).
Schuld sind die Türen des 1007, die besonders stabil ausgeführt werden mussten – wegen der notwendigen (elektrischen) Schiebetechnik und den Sicherheitsanforderungen. Immerhin soll die Schiebetür noch bewegt werden können, wenn irgendwer dem Peugeot in die Seite nascht. Nebenbei: Wenn die Elektrik einmal ausfällt, können die Türen händisch geöffnet werden.
Geschaltet wird beim 1007 Sporty über die Peugeot-Tiptronic („2-Tronic“): Schaltwippen am Lenkrad, Tiptronic, Vollautomatik in einem. Die Vollautomatik könnte eine Spur harmonischer schalten, weshalb man gerne auf die Schaltwippen ausweicht.
Die Topausstattungsstufe Sporty liefert um 19.300 Euro eine satte Ausstattung: Klimaautomatik, CD-Radio, riesiges klimatisiertes Handschuhfach, Lederlenkrad, Sportsitze, sieben Airbags, ESP usw. (Einstiegspreis für den günstigsten 1007: 14.950 Euro). Die hinteren zwei Sitze können analog den großen Vans herausgenommen werden – der Laderaum wächst von 252 auf 754 Liter.
An dieser Stelle eine unbedingt notwendige, wenn auch völlig belanglose Anmerkung: Mit geöffneten Schiebetüren sieht der 1007 von hinten aus wie Dumbo, der fliegende Elefant. Das musste einmal gesagt werden.