23. Oktober offiziell. Parteien starten Werbekampagnen, Großveranstaltungen folgen im September.
Wien. Bekannt war der Termin schon lange; am Dienstag hat Bürgermeister Michael Häupl jetzt offiziell verkündet, dass am 23. Oktober in Wien Landtags- und Gemeinderatswahlen stattfinden. Er habe bis zuletzt darauf gewartet, dass auch Bundeskanzler Wolfgang Schüssel die Nationalratswahl vorverlegt und gemeinsam mit Wien wählt, begründete Häupl das lange Warten auf die formelle Termin-Bekanntgabe.
Was die Wahlchancen seiner SPÖ betrifft, gab sich Häupl, der gerade von einem zweiwöchigen Toskana-Urlaub zurückgekehrt ist, betont bescheiden. "Ein Plus im Ergebnis." Tatsächlich geben Meinungsumfragen der Häupl-Partei derzeit zwischen 51 und 54 Prozent (2001: 46,7 Prozent.) "Für die SPÖ wird es sicher ein Tag der Freude sein", so Häupl.
Mit dem offiziellen Startschuss können in den Parteizentralen jetzt die bereits fertigen Werbekampagnen und Wahlkampfpläne aktiviert werden. Die regierende SPÖ wird den Intensivwahlkampf am 16. September im Austria Center starten.
Auf ausländische Hilfe ist die Häupl-SPÖ bei diesen Umfragewerten nicht angewiesen. Sozialdemokratische Regierungschefs anderer Länder stehen daher nicht auf der Wahlkampf-Rednerliste: "Aber es wird Unterstützung aus dem Ausland geben", heißt es in der Partei. Eine Anspielung auf Bürgermeister deutscher Großstädte. "Und es gibt ein Prominenten-Komitee, das Häupl unterstützt."
Fest stehen die Themen, mit denen die SPÖ ihren Wahlkampf auf Touren bringen will: "Wirtschaft, Arbeitsplätze und Bildung." Das sind jene Themen, auf die auch die ÖVP setzt: "Mehr Arbeitsplätze und mehr Wirtschaft für Wien."
Die ÖVP steigt "um den 22. September" mit ihrer Auftakt-Veranstaltung groß in den Wahlkampf ein. Schauplatz ist das Areal vor der neuen Landesparteizentrale (Rathausplatz 9): "Näher am Rathaus kann man nicht sein", heißt es in der VP. Über mangelnde hochkarätige Unterstützung im Wahlkampf kann sich die kleine Stadtpartei nicht beklagen: Mitglieder der Regierung, VP-Landeshauptleute, eventuell Bürgermeister deutscher Städte werden VP-Chef Hahn unterstützen.
Die Grünen starten ihren Intensiv-Wahlkampf mit einer Auftaktveranstaltung am 22. September beim Planetarium am Fuße des Riesenrades. "Wir greifen nach den Sternen", heißt es in der Partei. Der Griff nach den Sternen ist auch eine Kampfansage: Die Innenstadt-Bezirke vier bis acht, in denen die Grünen um den Bezirkschef-Posten kämpfen, sollen erobert - der siebente Bezirk mit Bezirksvorsteher Thomas Blimlinger verteidigt werden. Die Grünen setzen auf Bundesparteichef Alexander Van der Bellen und seine Stellvertreterin Eva Glawischnig, die "sehr stark eingesetzt werden".
Die Freiheitlichen bauen voll auf Heinz-Christian Strache, der Parteichef und Spitzenkandidat ist. "Bei uns treten keine Politiker aus den Bundesländern oder dem Ausland auf," sagt FP-Geschäftsführer Harald Vilimsky. Die FPÖ will im Wahlkampf den Wiener Charakter der Partei hervorheben. In jedem Bezirk werden Kleinbühnen aufgebaut, auf denen Strache "wie beim Speakers Corner im Hyde Park" dem Volk Rede und Antwort steht. Wahlkampf im Grätzel also. Eine Großveranstaltung wird es am 22. September geben: Da wird auf dem Viktor-Adler Markt in Favoriten der Intensivwahlkampf eingeleitet.
Das von der FPÖ abgespaltene BZÖ-Wien wird am 17. September den Intensivwahlkampf mit einer Großveranstaltung beginnen. Details werden noch ausgearbeitet. Bis dahin läuft jedenfalls der normale Wahlkampf mit Radiospots, Plakaten und BZÖ-Zeitung.
Als Wahlhelfer wird BZÖ-Chef Jörg Haider auftreten. "Es gibt ein paar Termine mit ihm, auch einen Kärntner Abend", sagt Günther Barnet, Obmann der Wiener Orangen. Aber auch die BZÖ-Regierungsriege wird in Wien mithelfen: Haubner, Gorbach, Miklautsch, Schweitzer, Mainoni sollen nach dem Wunsch Barnets orange Wähler mobilisieren.