Weinkarte: Goldberg Reserve von Johann Heinrich

Über die großen Berge des Burgenlands.

W
enn wir von großen Bergen sprechen, dann meinen wir in der Regel immer hohe Berge. Und wenn wir von Bergen sprechen, dann reden wir nie über das Burgenland. Dabei verfügt es über große Berge. Keine hohen, aber Berge, die Großes hervorbringen. Einer dieser Monumente ist der Goldberg in Deutschkreutz. Schon im 12. Jahrhundert sei er urkundlich erwähnt worden, erzählt Silvia Heinrich-Kanyak. Schon damals wird von dem wunderbaren Wein berichtet, der auf den Hängen des Goldbergs gedeiht. Die Familie Heinrich hat mittlerweile acht Hektar Weingärten dort ausgepflanzt. "Die älteste Anlage stammt aus dem Jahr 1947", erzählt Heinrich-Kanyak. "Die Blaufränkisch-Reben haben meine Großeltern in dem Jahr ausgesetzt, in dem sie geheiratet haben."

"Goldberg" und "Goldberg Reserve" heißen die beiden Blaufränkisch der Heinrichs, die mittlerweile unter Weinliebhabern längst Kult-Charakter erlangt haben. Wobei der Kult noch gar nicht so alt ist. Erst 1992 haben Gerti und Johann Heinrich den ersten Wein in Flaschen abgefüllt. Bis Ende der 90er-Jahre wurde gemischte Landwirtschaft betrieben. "Und der Anfang war hart", erinnert sich Tochter Silvia an den ersten Auftritt bei der Weinmesse Vinova in Wien. "Niemand hat uns gekannt. Die Leute sind nur zu unserem Stand gekommen, um sich bei den Salzstangerln zu bedienen."

Seit einigen Jahren sind Silvia und Ehemann Wolfgang Teil des Erfolgsteams. Wer Heinrich sagt, muss auch "terra oppidorum" sagen. Das ist lateinisch und heißt Burgenland. "terra o." zählt zu den besten Rotwein-Cuv©es des Landes. Den Namen hat übrigens Heinz Fischer erfunden. Vor Jahren, als er noch ein kleiner Nationalratspräsident und noch kein Bundespräsident war. "Das klingt wie ein Marketing-Gag" meint Silvia Heinrich-Kanyak fast entschuldigend. Dabei kann gutes Marketing auch dem besten Wein nicht schaden.

Aber jetzt zum "Goldberg Reserve". Bevor wir diesen Wein kosten, sind mehrere Stunden Dekantieren absolut notwendig. Dann entfaltet sich der feine Brombeer-Duft so richtig, so manche Wein-Nase will sogar Nougat erschnüffelt haben. Die Frucht erinnert an Kirchen - Tippfehler: Kirschen natürlich. Feine Tannine, viel Frucht am Gaumen. Der Goldberg eben: Ein kleiner Hügel im Mittelburgenland, aber ein großer Berg in der österreichischen Weinlandschaft. [Bruckberger]

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