Rosaroter Champagner aus der Steiermark.
Die Weststeiermark ist Wein-mäßig ziemlich genau auf eine Rebsorte spezialisiert. Auf den Blauen Wildbacher. Daraus machen die Winzer den berühmten - und nicht selten berüchtigten - Schilcher. Ein Ros©, der der Magenschleimhaut mitunter alles abverlangt.
In jüngster Zeit gibt es aber eine Handvoll Wein-Dompteure, die sich anschicken, den Schilcher zu domestizieren. Denn hinter ihrem spröden Charme verbirgt die Blaue-Wildbacher-Traube doch einen Hauch rustikaler Eleganz. Diese zu kultivieren haben sich auch Christine und Franz Strohmeier aus St. Stefan/Stainz zum Ziel gesetzt.
Was die Winzerfamilie aus dem Blauen Wildbacher so alles herauszaubert, verdient Respekt. Etwa zehn Hektar bewirtschaftet Franz Strohmeier selber, hinzu kommen noch Trauben von Vertragswinzern.
Ein Drittel der Trauben erreicht nie das Stadium des Weines. "Schilcher-Sturm", sagt Strohmeier. Das ist die steirische Antwort auf Alkopops, Energydrink und Co.
Doch wie kultiviert man einen Schilcher? Indem man ordentlich Gas gibt, könnte man sagen. Strohmeiers Spezialität ist der Schilchersekt. Und plötzlich entfaltet der prickelnde rosarote Schaumwein eine zarte Erdbeer-Frucht, wird am Gaumen cremig und elegant.
Strohmeiers "Schilcher Sekt Brut" wurde im Stahltank vergoren, absolvierte einen biologischen Säureabbau, wurde blank filtriert und kam dann in die Flasche. Durch die Beigabe von Zucker kommt es in der Flasche zur zweiten Gärung, Kohlensäure bildet sich, ein Druck von sechs Bar entsteht.
Etwa ein Jahr reift der Wein in der Flasche. Erst ganz zum Schluss wird gerüttelt. "Das macht mittlerweile ein Automat", gesteht Strohmeier.
Durch das Rütteln gelangt die Hefe in den Flaschenhals, am Ende wird diese ausgeleert, die Flasche aufgefüllt und mit Naturkork verschlossen.
Neben seinem Schilchersekt keltert Strohmeier unter anderem auch Jahrgangssekt.
In den kommenden Wochen wird sein 1999er das Licht der Welt erblicken. Ein besonders reifer und charaktervoller Jahrgang. Der Wein lagerte teilweise im 300-Liter-Holzfass. Schilcher in seiner edelsten Form sozusagen.
In der Regel wird Schilchersekt als Ap©ritif gereicht. Doch auch als Begleiter zu geräucherter Forelle ist er zu empfehlen.