Gehyptes Gemüse

H
eute wollen wir uns dem Kürbis widmen. Dem meist überschätzten Gemüse der Gegenwart. Oder wie eine Kollegin über das geschmacksneutrale Ding schrieb: "Man muss es leider deutlich sagen: Der Kürbis ist kein Geniestreich der Natur. Wirklich gut sind nur seine Kerne" ([*] profil 2004, Rosemarie Schwaiger). War der Herbst früher für Drachen, die nicht in der Luft bleiben wollten, bunte Blätter und Weltspartag (dazu kommen wir noch) bekannt, so scheint er seit einigen Jahren nur noch aus Kürbis, Kürbis und Kürbis zu bestehen. Betreten Sie doch dieser Tage ein Restaurant oder Tanzlokal Ihrer Wahl: In ersterem wird er ihnen von Tellern und aus Tassen entgegenlachen, in zweiterem eine freche Grimasse schneiden. Das nennen wir dann Halloween-Party. Diese gibt es heute im Bermuda-Dreieck (die Ballermann-Variante), im "Mozart und Meisl" (die Döbling-Variante) oder in der "Fledermaus" (die Szene-Variante). Alternativen gibt es auch: Jane Austens Edel-Schnulze "Stolz und Vorurteil" (Pilcher für Anspruchsvolle) im Kino oder "mascheks" Synchro-Satire "The Great Television Swindle" im Rabenhof.

Heute ist zwar erst der 28. Oktober, aber trotzdem Weltspartag. In meiner Sumsi-Sparbuch-Kindheit war das neben Ostern, Geburtstag und Weihnachten noch das wichtigste Geschenk-Großereignis. Kratzige Stofftiere, seltsame Spiele - aber wenigstens die Taschenlampen haben ein paar Wochen gehalten.

Und er war ja auch noch da: der unvergessene Schilling. Ein Herr vom Scheitel bis zur Sohle. Die Jungen haben ihn - gerade noch - gekannt.

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